Städtemarketing Turin: So macht Reisen Spass

In Kürze: Ich war geschäftlich und privat in Turin, eine wunderschöne Stadt.
Hier beschreibe ich ein paar Dinge, die mir sehr gefallen haben :-).
Turin ist ein tolles Brand Buzz Beispiel für Städte und Firmen.

Von 1861-1865 war Turin die Hauptstadt von Italien.

Ein gutes Jahrhundert lang hat die Fabbrica Italiana Automobili Torino (FIAT, auf lateinisch „es werde“) die Stadt beherrscht. Doch seit den 1990er Jahren wurde ihre Bedeutung immer geringer..

Die Zahl der Einwohner von Turin ist von über einer Million auf ca. 900.000 gesunken.

♥ Neugierig? Machen Sie es wie unsere 1,000 Abonnenten, tragen Sie Ihre eMail hier ein and lesen Sie weiter!

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ist immer noch ein wichtiger, industrieller Arbeitgeber in der Stadt.

Heute nimmt jedoch das Kulturgeschäft eine immer wichtigere Rolle ein. Das hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) am Corso Giovanni Agnelli.
Fiat Chrysler Automobiles (FCA) am Corso Giovanni Agnelli.

Daneben gibt es für einen Nordeuropäer immer wieder lustige Überraschungen in Sachen Verkehr. Ob Fussgänger oder Autofahrer, die Regeln werden äusserst flexibel und charmant interpretiert.

Wo kann man auf der Sicherheitslinie parkieren?  Auch nach über eine Stunde wird man hier noch nicht abgeschleppt (siehe Foto unten – 3 Autos)?  Schon mal in Wien oder Düsseldorf probiert?

Parkieren in mitten der Strasse auf der Sicherheitslinie? In Turin, kein Problem :-)
Parkieren auf der Sicherheitslinie? In Turin, kein Problem 🙂

Doch der öffentliche Verkehr funktioniert auch in Turin bestens. Er bringt uns schnell und sicher an den gewünschten Ort (siehe Tipp 1 unten).

Tabelle 1: 3 Tipps für Sparfüchse

1.ÖV – Wochenkarte  Montag bis Sonntag für 12 Euro lösen

Super Deal: Gibt es nur bei der Fahrkarten-Maschine unten in jeder der Metro-Stationen. Keine der Verkaufsstellen in den Tabak- oder Zeitungsläden hat diese 7-Tage Wochenkarte im Angebot.

Da die Wochenkarte einfach aus Papier ist, brauchen wir die sonst obligate Chipkarte nicht. Somit entfallen auch die €5 zusätzlicher Kosten für die Chipkarte. Im Vergleich, eine 3-Tageskarte kostet €10.

2. Kostenlos: Fiat Centro Storico

Dieses Museum ist nur Sonntags von 11 – 19 Uhr geöffnet.  Der Eintritt ist kostenlos (siehe weiter unten). Der Besuch ist lohnenswert.

Gleich gegenüber dem Eingang zum Museum können wir dann auch das interessante Wohnprojekt 25 Verde von aussen anschauen (siehe Foto weiter unten).

3. Kostenlos: Wer braucht Standortmarketing, wenn er Turiner hat?

Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und wissen viele interessante Dinge zu erzählen.  Dies funktioniert auch, wenn man nur wenig Italienisch kann oder es auf Englisch versucht.

Mit uns Touristen oder Fremden haben sie dabei viel Geduld – auch im Bus. Im Gespräch erfährt man viel über die Stadt, Menschen, Geschichte usw.

Immer schön die Augen offen halten, es gibt in Turin auch immer interessante Sachen oder Menschen zu sehen, garantiert :-).

Die Via Roma ist die längste Arkade in Turin. Vor allem wenn es regnet ist sie sehr stark frequentiert. Zum Einkaufen gibt es interessantere Läden in der Nähe. Doch bei Regen suchen auch Strassen-Unterhalter hier Schutz.
Die Via Roma ist ein der längeren Arkaden in Turin. Vor allem wenn es regnet ist sie sehr stark frequentiert. Zum Einkaufen gibt es die interessanteren Läden aber in den vielen Nebenstrassen.  Doch bei Regen suchen auch Strassen-Unterhalter hier Schutz.

Das Turiner Grabtuch: Ist es echt?

Das es ein Leintuch ist, daran hegen wir alle keinen Zweifel.

  • Doch wie alt ist es wirklich?
  • Ist es wirklich ein Grabtuch – Echtheit?

Da sind sich Theologen, Naturwissenschaftler und Historiker uneinig.

Der Faszination für das Leichentuch tut das jedoch keinen Abbruch.  Eines der neueren Bücher zum Thema ist: La Sindone: primo secolo dopo Cristo! (Das Grabtuch. Erstes Jahrhundert nach Christus!, Edizioni Segno, 425 Seiten, 2014, Originalpreis war 20 Euro)

Die Originalversion des Tuches können wir nicht anschauen. Diese ist unter Verschluss. Doch im Museum des Turiner Grabtuchs an der Via Sabn Dominico, 28 können wir interessante Informationen zum Thema finden.

Die Freiwilligen Helfer im Museum sind eine nicht zu unterschätzende Zugabe. Alle sehr liebenswürdig und hilfreich und mit vielen Informationen.

Das Museum des Turiner Grabtuchs beschreibt und erklärt das wohl berühmteste Leinentuch aller Zeiten.
Das Museum des Turiner Grabtuchs beschreibt und erklärt das wohl berühmteste Leinentuch aller Zeiten.

La Consolata, die Tröstende

Die einzigen Überreste der alten römischen Stadt findet man beim Palatinischen Tor.

Als 4. grösste Stadt Italiens hat auch Turin mehrere interessante Kirchen. Nicht der Dom ist das religiöse Zentrum der Stadt sondern das Marienheiligtum Santuario della Consolata, La Conslà. Links vor der Kirche haben wir uns die Überreste eines der Ecktürme der Stadtmauern aus römischer Zeit angeschaut.

Die Kirche is mit Dankesgaben, genannt ex voti, an die Muttergottes versehen. Ganze Wände in der Sakrestei sind mit Bildern behangen. Jedes dieser Bilder – naive Kunst – erzählt die Geschichte einer Person. Viele berichten über überstandene Krankheiten, Unfälle, usw. (Siehe auch de Morais, Marx 2015. 11 Orte in turin und im Piemont die man gesehen haben muss)

Votivgaben sind aufgrund eines Geluebdes als smbolisches Opfer insbesondere fuer die Rettung aus einer Notlage zu verstehen. Dies ist ein Beispiel vieler welce berichten von KZs, Bombardements im 1sten Weltkrieg, aus dem Leben der Partisanen oder verheerenden Schiffsunglücken.
Votivgaben sind aufgrund eines Gelübdes als symbolisches Opfer insbesondere für die Rettung aus einer Notlage zu verstehen. Dies ist ein Beispiel vieler welche berichten von KZs, Bombardements im Ersten Weltkrieg, aus dem Leben der Partisanen oder verheerenden Schiffsunglücken.

Dank dieser historischen Gebäuden wird es einem auch in Turin bei Regen nicht langweilig.

Urs E. Gattiker auf der Piazza della Consolata vor der Basilika Consolata in der Stadt Turin / Torino.
Urs E. Gattiker auf der Piazza della Consolata vor der Basilika Consolata in der Stadt Turin / Torino. PS: die lose sitzende Jeans wurde durch eine besser sitzende italienische ersetzt, siehe weiter unten.

Natürlich nutzt man die Freizeit und schaut sich auch das Museo Egizio (Ägyptisches Museum) an. Dieses ist nach dem in Kairo das zweitwichtigste Ägyptische Museum der Welt.

Die Nutzerfreundlichkeit (Usability) des elektronischen Führers den wir im Museum erhielten, lässt zu wünschen übrig.

Jedoch ist dessen Nützlichkeit (Usefulness) sehr gut. Er hat sehr wichtige und interessante Informationen in verschiedenen Sprachen anzubieten. Dies wussten wir sehr zu schätzen.

Erstaunlicherweise war die Beschriftung - obwohl gut gemacht - oft schwer zu lesen (weisse Schrift auf Glas). Doch das tut dem Museum keinen Abbruch, einfach Klasse.
Erstaunlicherweise war die Beschriftung – obwohl gut gemacht – oft schwer zu lesen (weisse Schrift auf Glas). Doch das tut dem Museum keinen Abbruch, einfach Klasse.

Die Beschriftungen im Museo Egizio sind in weiss auf Glas. Dies kann man des öfteren kaum lessen. Nur wenn der Text von einem Licht angeleuchtet wir ist es möglich. Wir haben mehrmals die Taschenlampe auf dem Handy genutzt um die sehr interessanten Angaben überhaupt lesen zu können.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie solche Anfänger Fehler in Sachen Usability (Nutzerfreundlichkeit) bei solchen grossen Projekten passieren können.

Da ist eine dunklere Schrift in grau / schwarz zu empfehlen oder aber alle Beschriftungen müssen beleuchtet sein. Das letztere ist wohl zu teuer und auch sonst nicht sehr praktikabel.

Jeder ist seines Glückes Schmied

Das politische Leben hat sich schon immer auf der Piazza San Carlo abgespielt.  Das erklärt auch sicherlich, warum sich hier unter den barocken Arkaden einige tolle Cafés befinden

Piazza San Carlo, hier spielte sich das politische Leben von Piemont ab. PS: das 1842 eröffnete Café San Carlo war das erste Lokal mit Gasbeleuchtung in Italien.
Piazza San Carlo, hier spielte sich das politische Leben von Piemont ab. PS: das 1842 eröffnete Café San Carlo war das erste Lokal mit Gasbeleuchtung in Italien.

Unter den Arkaden der Piazza San Carlo vor dem Café Torino befindet sich der „Toro rampante“ (der aufgerichtete Stier). Das in 1930 eingelassene Bronzerelief lädt die Eingweihten dazu ein, sich ein wenig Glück zu „ertreten“.

Die Legende sagt, dass es Glück bringt, wenn man auf die Genitalien des Stiers tritt. Turiner Gastgeber tun dies eher zurückhaltend und planen die Schritte sodass es zum „ertreten“ des Glückes problemlos reicht (siehe Foto unten).

Unter den Arkaden der Piazza San Carlo vor dem Café Torino befindet sich der "Toro rampante" (der aufgerichtete Stier), das Wahrzeichen der Stadt. Die Legende besagt, dass es glück bringt, wenn man auf die Genitalien des Stiers tritt, so wie es die Turiner tun, damit ihnen das Glück hold ist.
Unter den Arkaden der Piazza San Carlo vor dem Café Torino befindet sich der „Toro rampante“ (der aufgerichtete Stier), das Wahrzeichen der Stadt. Die Legende besagt, dass es Glück bringt, wenn man auf die Genitalien des Stiers tritt, so wie es die Turiner tun, damit ihnen das Glück hold ist.

In Turin habe Glücksbringer seit jeher Konjunktur – siehe das Foto unten mit dem „goldenen“ Finger des Kolumbus. Diesen sollten wir ebenfalls reiben, damit wir mehr Glück haben werden.

In Turin hat es Tradition, den "goldenen" Finger des Kolumbus zu reiben denn dies soll einem Glück bringen. Diesen findet man unter den Arkaden an der Piazza Castella.
In Turin hat es Tradition, den „goldenen“ Finger des Kolumbus zu reiben denn dies soll einem Glück bringen. Diesen findet man unter den Arkaden an der Piazza Castello.

Nach dem Reiben des goldenen Finger des Kolumbus begaben wir uns dann noch zum Tor vom Palazzo Reale.

Genau in der Mitte vom Toor ist der Scheitelpunkt des Dreiecks zwischen Turin, Prag und Lyon. Es gilt als Zentrum positiver Kräfte. Ein weiterer Ort in Turin den die Turiner nützen können, um deren Glück zu beeinflussen.

Architektur

Auch die Architektur in Turin ist bemerkenswert. Wo immer man hingeht sieht man einen interessanten Palazzo. Vielleicht aber auch ein historisches Gebäude.

Manchmal entdeckt man Dinge in Turin mit etwas Zufall. Zum Beispiel wir fuhren an der „Scheibe Polenta“ vorbei (siehe Foto unten) in der Strassenbahn. Wir sind danach später nochmals hingegangen und haben uns diese Sehenswürdigkeit genauer angeschaut.

Casa Scaccabarozzi vom Architekten Alessandro Antonelli am Corso San Maurizio. Im schmalen Haus - wird von links nach rechts immer schmaler - von 4,35m bis 54 Zentimeter - war es ein Problem, die Einrichtung in die Apartments zu bekommen. Lösung = ein auf das Dach montierter Flaschenzug.
Casa Scaccabarozzi vom Architekten Alessandro Antonelli am Corso San Maurizio. Im schmalen Haus – wird von links nach rechts immer enger, d.h. von 4,35m bis ganz rechts wo der Bau nur noch 54 Zentimeter breit ist. Somit war es ein Problem, die Einrichtung in die Apartments zu bekommen. Lösung = ein auf das Dach montierter Flaschenzug.

Die Casa Scaccabarozzi – die Scheibe Polenta (siehe oben) wurde vom Architekten Alessandro Antonelli gebaut. Es befindet sich an der Ecke des Corso San Maurizio und der Via Giulia di Barolo.

2014 wurde das Gebäude vom Gallerist Franco Noero  in einer Zwangsversteigerung gekauft (das Haus ist nicht öffentlich zugänglich).

Weil der Architekt Allessandro Antonelli das Nachbar Grundstück nicht erhalten konnte, errichtete er die fetta di polenta. Die rechte Seite ist 54 cm breit und dort brachte er die Versorgungsleistungen und Etagenbäder unter.
Weil der Architekt Allessandro Antonelli das Nachbar Grundstück nicht erhalten konnte, errichtete er die fetta di polenta. Die rechte Seite ist 54 cm breit. Auf dieser Seite (Spitze des Dreiecks) brachte er die Versorgungsleistungen und Etagenbäder unter.

Der Bau ist triangular, d.h. vorne 4,35m breit und hinten (siehe oben) nur noch 54 cm breit. Wie das Bad aussieht, im Gebäude kann man hier im Video sehen.

Im Palazzo hat jeder Stock nur einen Raum. Wie es innen aussieht kann man hier im YouTube Video anschauen.

Shopping und Armut

Auch in Turin wie an vielen anderen Orten ist die Armut allgegenwärtig. Man muss da nur ein wenig genauer hingucken.

Die Konsumenten bummeln und flanieren unter den Arkaden auf der Via Po - Richtung Piazza Vittorio Veneto - während der Mann jeden Tag an der gleichen Stelle bettelt.
Die Konsumenten bummeln und flanieren unter den Arkaden auf der Via Po – Richtung Piazza Vittorio Veneto – während der Mann jeden Tag an der gleichen Stelle bettelt.

Die Menschen in Turin sind sehr gut angezogen. Egal ob teuer oder nicht, der persönliche Stil mit Flair kommt fast immer durch.

Die Dinge sitzen und passen gut.

In turin finden wir tolle Läden an ungewohnten Orten. Manchmal sind die Lokale winzig und haben trotzdem eine interessante und breit gefächerte Kollektion  (siehe unten).

1 Beispiel ist die Boutique Petit Bonheur in der Via Principe Amadeo - mag ausschauen wie ne Rumpelkammer aber ist voll von Trouveilles - schöne Dinge zum fairen Preis.
1 Beispiel ist die Boutique Petit Bonheur in der Via Principe Amadeo – mag ausschauen wie ne Rumpelkammer aber ist voll von Trouveilles – schöne Dinge zum fairen Preis.

Tolles Einkaufen gibt es überall.  Auch ich habe mir einige Hemden, Hose, usw zugelegt.

Die oben getragene Jeans (Foto mit mir im Regen in Turin) habe ich z.B. durch eine besser sitzende, in Italien hergestellte, ersetzt.

Die besser sitzenden Hosen, Hemden und Jacke welche in Turin eingekauft wurden, habe ich gleich zur Arbeit angezogen. Man fühlt sich wohler oder besser 🙂 ?

Café in Turin:  Gutes Essen ist die Norm

Essen in Italien ist immer ein Erlebnis.  Aber die meisten Firmen – ausser der Hauptsitz eines Konzern  – haben keine eigene Cafeteria. Also besucht man in der Nachbarschaft ein kleines Restaurant.

Deshalb schliessen auch einige Läden im Zentrum der Stadt über Mittag die Tore. Das gilbt auch für einen Telekom Anbieter wie Vodafone und seine Läden in Turin. Aber auch viele Boutiquen oder Juweliere schliessen für 90 Minuten oder länger.

Fast immer werden beim Mittagstisch 2 Gänge angeboten (siehe unten die Foto). Wasser, manchmal Wein oder am Ende Kaffee sind dabei inklusive. Je nachdem ob wir 1 oder 2 Gänge wollt, enit oder ohne Kaffee, usw. kostet dies ca. €7 – €12.

Oft würde der 1. Gang mit Nudeln, Spaghetti oder Risotto vollständig reichen, um den Hunger zu stillen.

Beim Mittagessen und abschliessenden Kaffee ist Zeit für einen gemütlichen Schwatz mit Arbeitskollegen. Turiner haben uns Zürcher hier was vor. Zeit zum Lernen.

Cafe Makarony: Ein Beispiel wo die Torinesi zum Mittagstisch gehen wenn sogar die Läden der Konzerne wie Vodafone von 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr schliessen. Das Menu ist preiswert, schmeckt ausgezeichnet und wird mit Flair und Charme serviert.
Cafe Makarony: Ein Beispiel wo die Torinesi zum Mittagstisch gehen wenn sogar die Läden der Konzerne wie Vodafone von 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr schliessen. Das Menu ist preiswert, schmeckt ausgezeichnet und wird mit Flair und Charme serviert.

Bar Café Makarony, Via S. Paola 35, 10141 Torino ist z.B. eines dieser vielen möglichen Orte. Wir assen dort sehr gut.

Wie unten in Tipp 2 erwähnt, wenn die Eigentümer vor Ort sind und ihre Arbeit lieben, dann wirkt sich dies unweigerlich positiv auf den Service und das Kundenerlebnis aus.

Fiat Centro Storico

In Turin gibt es 2 Museen die sich mit dem Thema Auto beschäftigen. Da haben wir einmal das Museo Nazionale dell’Automobile, welches von Carlo Biscaretti di Ruffia gegründet wurde. Die Sammlung beinhaltet rund 200 Autos.

Sicherlich ist das Automobilmuseum eines der wichtigsten zum Thema Autos. Dennoch ist die im Jugenstilgebäude untergebrachte  Fiat-Werkssammlung  ein Highlight. Aber viele Turiner wissen nicht von der Existenz dieses Trouveille oder haben es noch nicht selber besucht. Das kommt zum Vorschein, wenn man etwa 400 Meter vom Museum weg ist und weitere Passanten nach Auskunft Zwecks Weges fragt. Die Werksammlung von FIAT ist nicht bekannt.

Neben Flugzeugen, Schiffen und den ersten Traktoren ist im FIAT Centro Storico auch der „Mefistofele“ zu Hause. Der Konstrukteur und Fahrer dieses mit 234.98 km/h den Landgeschwindigkeitsrekord brechende Mefistofele war der Brite Ernest Eldridge.

Der Mefistofele - der Teufel von einem Auto - wurde von Sir Ernest Eldridge entworfen. Er baute diesen mit Hilfe eines Chassis von einem 1904 Fiat SB4. Auf einer gesperrten öffentlichen Strasse stellte Eldrigdge am 12. Juli 1924 mit dem Mefistofele mit 234.98 km/h den Landgeschwindigkeitsrekord auf.
Der Mefistofele – der Teufel von einem Auto – wurde von Sir Ernest Eldridge entworfen. Er baute diesen mit Hilfe eines Chassis von einem 1904 Fiat SB4. Auf einer gesperrten öffentlichen Strasse stellte Eldrigde am 12. Juli 1924 mit dem Mefistofele mit 234.98 km/h den Landgeschwindigkeitsrekord auf.

Den YouTube Video Kanal des Centro Storico FIAT mit alten Werbefilmen, Dokus, usw. einsehen.

Das Auto wie oben abgelichtet basiert auf einem havarierten Fiat SB 4 welche Eldridge nutzte um den Mefistofele zu bauen.

Gleich schräg gegenüber vom Eingang / Ausgang des FIAT Centro Storico finden wir ein Gebäude welches etwas unüblich aussieht (siehe Foto hier) – 25 Verde.

Gleich neben dem FIAT Centro Storico findet man das Wohnprojekt 25 Verde - Urban gardening reloaded - welches von aussen zu besichtigen ist.
Gleich neben dem FIAT Centro Storico findet man das Wohnprojekt 25 Verde – Urban gardening reloaded – welches von aussen zu besichtigen ist.

Am Boden hat das Projekt genannt „25 Verde“ Bäche. Mit Hilfe von transparenten Wänden wird ein Mikroklima geschaffen.

Die Bäumen nachempfundene Stahlkonstruktion bietet 63 Wohnungen Platz. Die Terrassen der einzelnen Wohnungen sind zum Teil fast so gross wie die Wohnung selber.

Kühl im Sommer und mit viel Licht im Winter.

3 Marketing Tipps: Museo Egizio, FIAT, Turin…

Auf der Suche nach Fiat haben wir einige Dinge lernen können. Da kam auch das Marketing nicht zu kurz.

Tabelle 2: 3 Tipps für den Marketing Erfolg

Unserem Marketing-Auge sind 3 Dinge in Turin speziell aufgefallen, die für alle Marketer unter Ihnen von Interesse sein dürften.

1.  Werbung 2017: Je mehr sich die Dinge ändern, um so mehr bleiben sie sich gleich

Cesare de Seta fand schon 1957, dass Werbung ein Martinshorn ist. Dabei wirken gut komponierte und intonierte Melodien (d.h. die Werbung) positiv auf Konsumenten. Diese empfinden die gut gemachte Werbung anziehend und als Navigationshilfe im Meer der Konsumwirtschaft.

Eine faszinierende Herausforderung. Mit ein wenig Wagemut schafft es die Werbung, mit dem gewissen Etwas, unsere Phantasie zu beflügeln, empfiehlt neue Lifestyles und neue Verhaltensformen (siehe Fiat Werbevideo unten).

Mir scheint heute ist dies nicht anders.

Schon 1957 war Cesare de Seta klar was Advertising / Werbung erreichen konnte und was nicht. Er hat dabei die FIAT Werbung zu dieser Zeit mit seinen Ideen und Arbeit stark beeinflusst.
Schon 1957 war Cesare de Seta klar was Advertising / Werbung erreichen konnte und was nicht. Er hat dabei die FIAT Werbung zu dieser Zeit mit seinen Ideen und Arbeit stark beeinflusst.

Der Fiat 500 – siehe das Video hier.

2.  Überzeugt sein von einer Idee, einem Produkt oder Museum macht vieles möglich

Turin hat mich wieder einmal gelehrt, dass die persönliche Motivation und Dinge aus Überzeugung tun das Endresultat signifikant verbessert.

Dabei sind die freiwilligen Helfer in Kirchen, Museen, usw. ein Paradebeispiel. Gute Laune, motiviert…

Die Verkäufer welche schon um 11-Uhr oder um 16-Uhr sich mehr aufeinander fokussieren – d.h. schwatzen – oder auf dem Smartphone mit Freunden chatten, sind leider nicht gut für das Geschäft.

Im kleinen Laden mit Eigentümern vor Ort spielt sich dabei der Ladenbesuch von Anfang bis Ende ganz anders ab.

Das heisst, man wird beim Eintreten freundlich begrüsst. Die Fachkraft ist sofort zur Stelle, wenn man Hilfe will oder eine Frage hat. Ansonsten wird man alleine gelassen und nicht bedrängt.

Nebenbei sind die VerkäuferInnen auch noch Stilberater. Zum Beispiel, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die von mir 2 ausgesuchten Farben nicht die richtigen waren – passten wie die Faust aufs Auge.

Das bedeutete in meinem Falle, dass der Laden ein Kleidungsstück weniger verkauft hat. Dafür hat der Laden aber an mir einen sehr zufriedener Kunden bekommen. Beim nächsten Besuch werde ich sicherlich wieder dort einkaufen.

3.  Word of Mouth Marketing: Warmwasser Heizung steigt aus, doch der Gesamteindruck ist entscheidend

Unsere Herberge Foresteria degli Artisti war exzellent.  Am letzten Morgen gab es jedoch nur kaltes Wasser.

Aber auch wenn solche kleineren Dinge mal nicht funktionieren, für eine Weiterempfehlung oder Word of Mouth Marketing ist der Gesamteindruck entschieden. Der war wiederum exzellent!

Foresteria degli Artisti: Auch wenn am letzten Morgen der Warmwasser Durchlauferhitzer nicht funktioniert, der Gesamteindruck ist trotzdem sehr gut bis ausgezeichnet !
Foresteria degli Artisti: Auch wenn am letzten Morgen der Warmwasser Durchlauferhitzer nicht funktioniert, der Gesamteindruck ist trotzdem ausgezeichnet ! Empfehlenswert.

Was empfehlen Sie?

Aber was uns natürlich brennend interessieren würde wäre Ihre Meinung:

  • Was hat Ihnen beim letzten Städteausflug – egal wohin – wirklich gut gefallen?
  • Wann empfehlen Sie einen Laden, Brand, Boutique weiter, wenn überhaupt?
  • Was gefällt Ihnen an Italien besonders?

Weitere Information zu Turin

Hier noch einige Informationen die von Interesse sein könnten:

Essen

Shopping

Generell über die Stadt – ÖV

Sehenswürdigkeiten

Italien

Den Maserati im Hinterhof vor unserer Haustür parkiert.
Den Maserati im Hinterhof vor unserer Haustür parkiert.

Offenlegung: Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation. Alle Kosten wie z.B. Reise, Hotel, usw. hat er selbst übernommen.

Urs E. Gattiker - DrKPI

Professor Urs E. Gattiker - DrKPI ist Europa's führender Experte für Social Media Analyse und Analytics (siehe seine Bücher). Er arbeitet weiterhin mit Start-Ups (z.B. Lumendi Ltd.). Urs ist CEO der CyTRAP Labs GmbH.

4 thoughts on “Städtemarketing Turin: So macht Reisen Spass

  • 19. Oktober 2016 at 12:28
    Permalink

    Lieber Urs,

    was für ein schöner Artikel. Ich hatte fast das Gefühl dabei zu sein.

    Ich fange gerade erst an Italien zu entdecken. Mit drei Jahren war ich das erste Mal mit meiner Mutter in Cesenatico, dort habe ich schwimmen gelernt und habe schöne Erinnerungen an diesen Urlaub.

    Dann kamen diverse Urlaube in der Ausbildungszeit mit Auto und Zelt.

    Jetzt mache ich gerade Italien mit Städtreisen. 2x Rom und Venedig habe ich schon geschafft.

    Viele Städte stehen noch auf meiner to do Liste. Leider ist diese mitlerweile so lang, dass ich gar nicht weiß wo ich als erstes Anfangen soll. Immer dieses Zeitproblem ;-0 Im Dezember gehts erst mal wieder in die USA, so lange muss ich den Regen hier noch durchhalten.

    Danke das du mich mit auf diese schöne Reise genommen hast.

    LG Petra

    Reply
    • 19. Oktober 2016 at 12:58
      Permalink

      Liebe Petra

      Danke für Deinen Kommentar und das Lob. Ja das Gefühl dabei zu sein war eigentlich was ich erreichen wollte. Wenn das geklappt hat, super.

      Cesenatico, das kenne ich überhaupt nicht, also habe ich mir gleich einmal ein Video angeguckt:

      https://www.youtube.com/watch?v=wA51OdIMQMk

      und ebenfalls einige Fotos – Strandurlaub puur.

      2 x Rom da war ich vor einiger Zeit auch schnell für ein paar Tage und dann für 2 Tage – mit Arbeit verbunden aber es hat immer noch für ein wenig Tourist sein gereicht. Das macht die Reisetätigkeit angenehmer 🙂

      Ja die Zeit ist das Problem. Aber das ist kein schlimmes Problem, da habe ich dann über die Bettler gedacht die wirkliche Probleme haben (siehe Foto oben), da sind meine einfach….

      Mit Hilfe des „Toro rampante“ und des goldenen Finger vom Kolumbus (siehe Fotos oben) ist mir das Glück ja hold :-).

      Herzliche Grüessli
      Urs
      #BrandBuzz

      Reply
  • 20. Oktober 2016 at 11:07
    Permalink

    Hallo Urs,

    wow, dein Reisebericht macht Lust auf Turin. Dort war ich noch nicht, habe aber in Italien schon Mailand, Venedig, Florenz, Verona, die Toscana, den Gardasee, Assissi und Rom besucht.

    Ich war vor wenigen Wochen 2 kurze Tage in Rom (geschäftlich mit ein bisschen Freizeit) und habe „nur“ das Colosseum / Forum Romanum (von außen), den größten Eataly (ein großer Feinkost-Supermarkt, der alle nur erdenklichen Speisen aus Italien im Programm hat) der Welt (weil es geregnet hat), die abgesperrte neu renovierte Spanische Treppe und die „Luxus-Straße“ gesehen.

    Von meiner letzten Reise nach Rom habe ich aber noch das Pantheon in Erinnerung, das ich sehr schön fand, den Petersdom, die Sixtinische Kapelle und auch die Papstaudienz. Das alles hat mir sehr gut gefallen.

    Rom ist viele Reisen wert, weil es viel zu entdecken gibt. Es gibt also immer einen Grund, wieder hinzufahren. Oder vielleicht doch erst mal nach Turin?

    Da ich gerade von einem Urlaub aus Kalifornien zurück bin, fühle ich mich bestätigt: Europa ist ein wunderschöner Kontinent. Die Städte sind historisch und kulturell vielfältig. Und werden sogar in Las Vegas kopiert (was ich sehr kitschig fand).

    Viele Grüße und nochmals Danke für die Reiseinspiration.

    Deine Kommplizin Gaby Feile

    Reply
    • 20. Oktober 2016 at 11:55
      Permalink

      Liebe Gaby

      Herzlichen Dank für Deine Antwort. Ja Rom ist natürlich auch eine super schöne Stadt in Italien… wobei natürlich Florenz, Venedig, Toskana, usw…. auf keine Weise hinten anstehen müssen 🙂

      Auch die haben herrliche Sehenswürdigkeiten. Von Rome habe ich noch das Foto vom Trevi Brunnen gefunden in einer Serie von Aufnahmen

      Der Trevi Brunnen in voller Blüte - von Touristen überlaufen.

      Ja Rome ist eine schöne Stadt und es gibt viele Gründe um wieder mal hinzufahren. Aber Turin oder Siena sollte man dabei auch nicht vergessen oder vielleicht Lecce? Die Möglichkeiten sind immense, das Land ist ein Juwel 🙂

      Ja wenn man keine so lange Geschichte hat wie Las Vegas, dann kopiert man diese mit Plastik, Backstein und anderen Dingen. Aber das Original ist natürlich immer noch besser so finde ich auf jeden Fall.

      Von meiner letzten Reise nach Rom habe ich aber noch das Pantheon in Erinnerung, das ich sehr schön fand, den Petersdom, die Sixtinische Kapelle und auch die Papstaudienz. Das alles hat mir sehr gut gefallen.

      Diese Aufzählung sagt aber schon fast Alles… da muss man wieder hin 🙂

      Ich wünsche Dir viel Spass und Genuss bei den nächsten Ferien in Italien Gaby.

      Grüessli
      urs

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.