3 Trends im Social Media Monitoring

Vor kurzem haben wir die 3 Trends im Social Media Marketing besprochen.

Heute geht es also um die 3 Trends im Social Media Monitoring inklusive Download mit Tipps

Im ersten Moment denken viele von uns vielleicht, dass Social Media Monitoring einfach ist. Es zeigt einem auf, wie sich die Kampagne auf dem Internet verbreitet hat dank z.B. Word-of-Mouth Marketing oder Viral Marketing. Doch sobald wir diese Daten einmal genauer studieren, wird uns klar, das Ganze zu interpretieren ist nicht einfach.

Deshalb zur Vereinfachung und besserem Verständnis für ein effektives Social Media Montiroing einmal die Grafik unten.

Sie zeigt links 3 Textboxen welche 3 verschiedene, aber wichtige Gebiete des Monitoring darstellen.

Die grosse rechte Box zeigt auf, wir brauchen zuerst einmal ein Inventar. Was machen wir schon und wie exzellent sind wir. Basierend auf diesen Erkenntnissen geht es dann an die Planung. Ohne diese macht Monitoring wenig Sinn.

Planung muss auch die Zielsetzung beinhalten, d.h. welche Ziele wollen wir erreichen. Dann gilt es zu erklären, in welcher Beziehung diese Ziele stehen zu den steuerungsrelevanten Kennzahlen im Unternehmen oder der Abteilung Marketing und Sales.

Zur Illustration dies. Unsere Werbe-Kampagne kommt heute Abend 3 x im Fernsehen. Morgen stellen wir fest, diese wurde 50 x auf Twitter von Nutzern mit unserem gewählten #Hashtag erwähnt.

Ist das wichtig, gut oder interessiert es nicht? Können wir dies unserem CEO erklären? Versteht sie unsere Logik und warum diese Kennzahl wichtig ist?

Wenn wir uns Ziele gesetzt haben, müssen diese auch klar ausformuliert sein. Danach setzen wir das Monitoring um. Doch vielleicht stellt sich dann auch sogleich die Frage:

Wie genau sind unsere Daten aus dem Social Media Monitoring?

Z.B. werden auch die kleineren Webseiten und Blogs vom Monitoring Tool überprüft (siehe mittlere Box oben Links in der Grafik)?

Hier bringen wir Ihnen die 3 Weisheiten. Diese dürfen wir nicht vergessen, wenn wir unser Social Media Monitoring umsetzen wollen, oder für das Management überprüfen müssen.

3 Weisheiten im Social Media Monitoring
1  Twitter oder Facebook Erwähnungen melden kann jedes Tool.

Die Mentions der Marke auf Twitter zu finden ist einfach. Minimum $3000 im Monat für den Provider des Monitoring Tool. Dann hat er Zugriff auf den Twitter API.  Dieser bietet alle Daten (wird auch Big Hose genannt). Bei Facebook klappt dies ebenfalls.

Selbstverständlich kann jedes Monitoring Tool die Erwähnung unserer Marke auf Spiegel Online finden. Aber wir wissen natürlich, dass solche Webseiten nur ein ganz kleiner Teil des Web ausmachen.

Der Acid oder ultimative Test für ein Monitoring Tool ist: Findet es den Blogeintrag welcher unser Produkt erwähnt?

Speziell interessiert dieses Szenario, wenn der Eintrag von einer Kundin auf deren Corporate Blog publiziert wurde. Ein gutes Beispiel ist der Zimmermeister / Schreiner in Feldkirch, Lindau oder Kreuzlingen. Er hat einen kleinen Blog. Er nutzt unseren Kleber, Schrauben, usw. und schreibt darüber.

Machen Sie den Test, in 90% der Fälle fällt das Tool durch und findet den Beitrag vielleicht nach 30 Tagen wenn überhaupt! Garantiert.

Checkliste: Wie gut ist mein Corporate Blog – URL eingeben, lost gehts

2.  Facebook oder Twitter Daten kann niemand überprüfen.
Jegliche Daten von diesen Social Networks nutzen wir auf eigene Verantwortung.

Z.B. stellen wir fest, dass die Daten für einen einzelnen Blogeintrag manchmal stark schwanken. Z.B. heute 120 Likes für diesen Eintrag auf dem Firmenblog, morgen nur noch 30 und übermorgen 80. Was stimmt jetzt?

Das Beispiel zeigt, es gibt keine Garantie das die gelieferten Daten korrekt sind. Mit dem haben wir uns abgefunden.

Und Sie? Zufrieden, dass Sie die Daten nicht überprüfen können. Wissen sie wie genau Ihre Daten sind von Facebook oder Twitter – d.h. wie ungenau Ihr Monitoring Tool ist?

Checkliste: Social Media Monitoring: Sind die Tools KMU tauglich?

3. Ohne messbaren Zielvorgaben für 2016 können wir das Monitoring lassen.
Haben wir uns messbare Ziele gesetzt? Wenn ja, sind diese steuerungsrelevant?
Wenn unser Hashtag  #inLoveWithSwitzerland 3,000 mal im Januar erwähnt wurde, was bedeutet das für den Verkauf von Tageskarten zum Skifahren oder Hotel Übernachtungen in Saas Fee, Lech Zürs am Arlberg oder Berchtesgaden?

Diese Dinge bedürfen einer Erklärung. Dies sollte auch schriftlich dokumentiert sein: Warum dieses Ziel?  Wie relevant ist dessen Bezug auf unsere steurungsrelevanten Kennzahlen?

Wenn dies nicht erklärt werden kann, dann zeigt das Top Management kaum Interesse an solchen Zahlenspielchen.

Lesenswert: Wie messen Messi und Ronaldo ihre Erfolge – Social Media Audit der rockt

Unten lesen Sie mehr über unser 3 Vorschläge wie wir unser Monitoring einfach, kostengünstig und schnell auf Vordermann bringen können.

1. Hashtag oder Schlagwort mit Vorsicht wählen

DrKPI als Schlagwort oder #DrKPI als Hashtag kann funktionieren. Das wichtigste Kriterium ist das ein Hashtag kurz sein muss.

Aber nicht immer 🙂 #Matterhorn als Hashtag ist die Ausnahme welche die Regel bestätigt. Viele Touristen kennen das Wort. Es ruft positive Assoziationen hervor. Deshalb wird es auch fleissig von Touristen in ihren Social Media Updates auf Facebook oder Instagram genutzt.

Toll ist ebenfalls, dass egal ob der Tweet auf English, Chinesisch, Französisch oder Deutsch, der Hashtag #Matterhorn wird genutzt.

Da ist #InLoveWithSwitzerland schon zu lang zum Tippen. Auch hat jede Sprache einen anderen Hashtag wie #VERLIEBTindieSCHWEIZ oder auch #AMOUREUXdelaSUISSE?

Nicht ideal im Gegensatz zu #Matterhorn (warum nutzt dies die Tourismus Zermatt Region diesen Hashtag so wenig wenn überhaupt?).

Da Twitter z.B. nur 140 Zeichen erlaubt, sollten wir nur 120 nutzen. Dies macht ein Re-Tweet in der Form:

„RT .@DrKPIde Ich bin dem #InLoveWithSwitzerland in #Berguen verfallen. #Skifahren war exzellent und der Schnee ebenso“ (das sind 117 Zeichen)

möglich, ohne dass der Re-Tweeter am Text was ändern muss. Wir alle teilen etwas gerne, wenn es uns keine Arbeit macht 🙂 Da kommt ein kurzer Hashtag gerade richtig. Dann noch ein kurzer gut geschriebene Tweets mit tollen Fotos. Schon steigt die Anzahl von Re-Tweets.

Übrigens, lange Hashtags werden oft nur von Mitarbeitern genutzt. Das Zielpublikum oder Kunden ignorieren diese öfters wie dieser Search für #InLoveWithSwitzerland auf Twitter klar zeigt.

Trend 1: Kurze #Hashtags bleiben wichtig. Doch gute Hashtags wie #Matterhorn liegen nicht auf der Strasse rum. Deshalb gut überlegen bevor wir uns für einen Hashtag entscheiden

Tipp: Hashtag mit <10 Zeichen, muss in mehreren Sprachen Englisch / Deutsch / Chinesisch funktionieren (z.B. #TrendCH).

2. Das Internet wächst ständig: Unser Monitoring ist keinesfalls genau

Für grosse private Social Networks wie z.B. Facebook, Twitter oder Instagram gibt es sehr gute Angebote in Sachen Monitoring. Zum Beispiel kann der Name des CEO als Suchaufgabe eingegeben werden. Wenn immer in einem Tweet oder auf einer Instagram Foto der CEO erwähnt wird, erhalten wir dann einen Alert via eMail (z.B. Daniel Kueng – Swiss Global Enterprise – wenig Nennungen via Hashtag #danielKueng)

Aber nicht immer ist es so einfach. Zur Illustration, wir haben Mention.com beauftragt das Web nach DrKPI zu durchforsten. Den Alert unten erhielten wir einige Tage nach der Erwähnung auf The Economist.

Der Newseintrag – siehe Grafik unten – beim Economist behandelte die Daten welche die Zeitung vom WEF Davos 2016 erhalten hatte. Dieser Beitrag wurde auf Social Networks oft geteilt. Trotzdem dauerte es einige Zeit bevor dieser indexiert wurde.

Die Problematik wird noch klarer wenn wir uns vorstellen, dass ein Blogger unser Produkt testet. Er präsentiert dann die Ergebnisse im Blog. Leser kommentieren.

Doch bis ein Monitoring Tool das indexiert, da dauert es schnell einmal 10 Tage. Garantiert.

Beispiel, wir haben in einem Blogeintrag von Buffer (Software Hersteller, grosser Blog mit viel Traffik) einen Testkommentar hinterlassen. Weder Brandwatch noch Trendwalker fanden den Kommentar innerhalb von 30 Tagen.

BBC, ARD Tagesschau, oder ähnliche Webseiten sind hier nicht das Mass der Dinge. Diese werden mehrmals täglich indexiert. Doch für einen kleineren Blog trifft dies nicht zu. Und seien wir ehrlich, aus der Bing oder Google Perspektive sind 99% der Webseiten kleine Destinationen auf dem Web. Das gilt auch für unseren Blog.

Tipp: Wenn wir z.B. von Freunden oder einem Monitoring Tool darauf hingewiesen werden, dass unser CEO, Produkt, etc. erwähnt wurde, anklicken und sich die Seite anschauen

Wenn es ein Blogeintrag ist, dann ist der gehaltvollen Kommentar mit Mehrwert Pflicht. Diese Art der Kommunikation ist für die Marke oder das Unternehmen Gold wert.

Trend 2: Inkorrekte Daten von Monitoring Tools bleiben auch 2016 ein Thema.

3. Monitoring Daten lassen oft keine Schlüsse zu

Vor kurzem habe ich eine tolle  Präsentation über den Schweizer Tourismus und Social Media von der Previon AG (Download PDF Datei = 8MB) erhalten. Darin wird auch sehr genau aufgezeigt was es zu einem guten Monitoring braucht.

Doch die Problematik ist, welche Schlüsse wir aus diesen tollen Daten und Grafiken ziehen können. Wir möchten überprüfen, ob die Diskussion um die Preise in den Social Media den Verkauf von Tageskarten am Berg beeinflusst….  Doch wie sollen wir dies bewerkstelligen. Diese Diskussion wird sicherlich von Wochengästen (im Hotel oder Ferienhaus) aus Social Media anders geführt, als von Tages-Gästen?

Ohne diese zusätzlichen Angaben wird es schwierig, aus Tweet oder Facebook Daten, die richtigen Rückschlüsse zu ziehen. Da ist dann auch eine Anpassung der Werbe- oder auch Preis-Strategie eher gewagt. Aber wie ein türkisches Sprichwort so schön sagt: „Falla inanma ama fallsiz da kalma.“ Glaube nicht an das Kaffeesatzlesen, aber lebe auch nicht ohne.

Hier 3 Tipps für Euch für das Social Media Monitoring – bitte umsetzen, es lohnt

Download der 230KB grossen PDF Datei mit den Slides 

Viel Glück beim besseren Social Media Monitoring mit weniger Zeitaufwand.

Trend 3: Die Daten-Analyse wird bei der immer grösser werdenden Menge schwieriger.

Lesenswert: Morling, Beth (April 2014). Guide your students to become better research consumers. APS Observer. Aufgerufen, 28 Januar 2016 auf http://www.psychologicalscience.org/index.php/publications/observer/2014/april-14/teach-your-students-to-be-better-consumers.html/comment-page-1

Schlussfolgerung

Wichtig ist, sich in diesem sich schnell ändernden Umfeld rasch anzupassen. Ebenfalls müssen wir uns kontinuierlich verbessern.

Keiner weiss was morgen sein wird – Flexibilität ist gefragt.

Die obigen 3 Trends gilt es jedoch zu berücksichtigen. Nur dies sichert die weiterhin effektive Nutzung der eigenen Ressourcen.

Monitoring bringt was. Doch ein KMU sollte weder zu viel Zeit darauf verwenden, noch zu viel Geld ausgeben.

Übrigens, Daten von einem Tool wie Klout dann noch glauben schenken bringt nichts. Es dann über Twitter verbreiten, zeigt eigentlich nur, dass wir unser Geschäft als Social Media Marketing und Social Media Monitoring Experte nicht verstehen (sie Image hier unten)

6. Was ist Ihre Meinung? Mitdiskutieren!

–  Welche Hashtags von Firmen oder Marke finden Sie gut?

–  Wie werden Sie 2016 dank gutem Social Media Monitoring ihre Abteilung (z.B. Ausbildung, Marketing, Produktion, Verkauf) tatkräftig unterstützen?

–  Was wollen Sie mit Ihren Social Media Aktivitäten 2016 erreichen?

–  Was wird für Sie in 2016 in Sachen Social Media Monitoring die Nr. 1 Herausforderung sein?

Mehr erfahrenANKLICKEN - der DrKPI Blog Health Check

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Urs E. Gattiker - DrKPI

Professor Urs E. Gattiker - DrKPI ist Europa's führender Experte für Social Media Analyse und Analytics (siehe seine Bücher). Er arbeitet weiterhin mit Start-Ups (z.B. Lumendi Ltd.). Urs ist CEO der CyTRAP Labs GmbH.

6 thoughts on “3 Trends im Social Media Monitoring

  • 29. Januar 2016 at 14:18
    Permalink

    Sehr spannende Analyse.

    Zusammenhänge zwischen Social Media Monitoring- und Offline-Daten (von Umfragen oder Instituten, etc.) aufzuzeigen ist derzeit eine grosse Herausforderung.

    Im Moment sollten Vergleiche und Schlussfolgerungen zwischen den erwähnten Daten mit äusserster Vorsicht gezogen werden. Je nach Fall kann es aber durchaus Sinn machen, spezifische KPIs zu entwickeln.

    Das Gebiet bleibt jedenfalls sehr spannend.

    Beste Grüsse,
    Jan Sedlacek, Digital Media Consultant bei Previon+

    Reply
  • 29. Januar 2016 at 16:48
    Permalink

    S. 48-49 ist das Beispiel in der Previon Plus AG Präsentation.

    Hier haben wir Daten, wieviele Social Shares und Tweets Davos hat gegenüber Zermatt. Fragen sind:

    1 – welcher Zeitraum wurde hier betrachtet?
    2 – was bedeutet dies genau…. 100 mehr oder weniger, soll mich das kümmern?
    3 – hat vielleicht auch die Werbekampagnen – Fernsehen für das Wallis und Graubünden – was mit diesen Zahlen zu tun?

    Ohne den Einbezug solcher Daten ist dies eine Monitoring das ich als verantwortlicher des Marketing Budgets nicht brauchen kann. Völlig sinnlos sowas.
    Hier der 2014 Werbefilm der Region Wallis, das Thema wird ja auch für 2015/2016 bespielt auf SRF.
    https://www.youtube.com/watch?v=TAUdAn91vyE

    Reply
    • 29. Januar 2016 at 17:00
      Permalink

      Lieber Herr Lemann
      Danke für das Feedback.

      Die Daten habe ich unten im Screenshot eingebaut und meine Gedanken in allgemeiner Form im Slide notiert.

      Regel Nr. 4 - Nur wenn man erklären kann was die Daten bedeuten sind diese für den Marketing-Verantwortlichen auch sinnvoll.

      Ein Dashboard ist wichtig, doch ohne die Interpretation sind Zahlen natürlich immer schwer einzuschätzen. Ich bin natürlich schon betrübt, dass Sie als Marketing-Verantwortlicher finden diese Zahlen sind nutzlos. Doch dies deutet auch darauf hin, dass wir immer mehr Daten bekommen. In diesem Strom von Daten werden jedoch die methodischen Dinge oft ignoriert wie z.B.

      – warum sind wir interessiert wieviele Tweets und Shares auf Facebook wir erhalten,
      – wenn die Zahlen dann eintreffen, was tun wir wenn wir unser Ziel übertrafen oder darunter waren (d.h. welche Schlüsse ziehen wir und was werden wir jetzt genau unternehmen – die nächsten 5 Schritte…)

      Aber vielleicht ist dies die Kunst des Data Scientist im Unterschied zum Data Analyst (siehe unten)?
      Schönes Weekend wünsche ich.
      Data Scientis oder Data Analyst

      Reply
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