Nobelmarken: Social Media Audit für Influencer Marketing

Zusammenfassung: Mit welchen Social Media Influencers sollten wir zusammen arbeiten?
Checkliste: Erfolgreiche Markeneinführung von Parfums Givenchy mit Hilfe vom Social Media Audit.
Sind ältere männliche Semester die für uns beste Gruppe von Influencers?

Das Sponsoring mit Hilfe von Persönlichkeiten im Sport, Film oder Fashion zu bewerkstelligen ist ein teures Unterfangen (siehe Forbes Ranking). Weniger berühmte Persönlichkeiten bieten für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) effektivere Möglichkeiten, Markenstärke wie auch Markenimage zu verbessern.

1.  Definition von Influence Marketing

Einfluss Marketing oder Influence Marketing beschreibt eine Person, welche eine starken Präsenz und hohen Ansehen auf bestimmten Bereichen geniesst. Deshalb könnte die Person für das Unternehmen in Sachen Marketing interessant sein

Zum Beispiel war die Tennisspielerin Maria Sharapova für einige Marken eine interessante Partnerin für das Marketing. Doch der Doping Skandal beendete diese Attraktivität für eine Marke wie Nike.

Ronaldo mag für Unterhosen ein guter Werbeträger sein, doch verdient Roger Federer immer noch ein mehrfaches an Sponsoring Einnahmen dank Nike, Gillette, usw.

Einfluss Marketing oder auf Neudeutsch Influencer Marketing (auch Influence Marketing) genannt fokussiert auf Personen die andere Menschen beeinflussen. Influencer ist ein um 2006 – 2007 entstandener und bekannt gewordener Begriff. Eine allgemeine Definition gibt es weder für Influencer Marketing noch für Meinungsführer.

Siehe Brand Strength: Wie sich Influence Marketing für Marken lohnt

Ein Influencer kann auch ein Kunde sein. Meinungsführerinnen können ihren Status als Influencer über ihren Blog, Bücher oder aber auch Auftritte an Konferenzen und TV Shows gewonnen haben.

Aber auch bestimmte Gruppen haben Einfluss. Ich erinnere mich wie damals Johnson & Johnson mich anfragte ob ich als Uni-Professor bereit sei deren in 16 Wochen auf den Markt kommenden Rasier-Gel zu testen. Auch dies in der Hoffnung, dass meine vielen männlichen Studenten sich von mir beeinflussen lassen würden, dieses neue Produkt zu testen.

Die Schwierigkeit liegt wiederum dabei, die für uns besten Meinungs- oder Opinion-Leaders zu finden. Influencer Marketing muss dabei aufpassen, das es nicht als Schleichwerbung rüberkommt.

2.  Ohne Zielgruppe kein Social Media Audit

Hier braucht es eine genaue Definition der Zielgruppe wie z.B. Konsumenten, nach Geschlecht, Altersgruppe und Land.

Firmenkunden nach Branche, Grösse des Unternehmen und z.B. Produktanwendung.

Manchmal sind die Menschen zwar prädestiniert andere zu beeinflussen (siehe World Economic Forum – Financial Times Journalisten). Doch nicht immer kommen die Inhalte gut beim Zielpublikum an.

Deshalb ist es für jeden Marketing Experten oder Manager wichtig zu wissen, wie man die für die Marke besten Influencer finden kann.

Die 50 Jahre alte Geschäftsfrau ist nicht unbedingt interessiert, die Besprechung ihrer Lieblings-Handtasche von einer 25 Jahre alten Blogger Ikone zu lesen.

Geschmäcker sind nicht nur nach Alter, Position und wo das Produkt genutzt werden soll (z.B. Arbeit, Ausgang, Weekend) verschieden. Auch Unterschiede nach Land und Sprache gilt es zu berücksichtigen (z.B. Süd- oder Nord-Deutschland).

Nur wenn wir die Zielgruppe genau definieren, können wir Ziele für Marketing Kampagnen festlegen. Dies wiederum ermöglicht es dank dem Social Media Audit zu eruieren ob die Influencer Kampagne ein Hit oder ein Flop war.

3.  Wo sind die Influencers für unsere Marke?

Warren Buffett sendet ganz selten einen Tweet auf Twitter. Trotzdem werden diese dann sorgfältig von Analysten und Investoren studiert.

Im Falle von Burberry, eine Nobelmarke (Luxus Brand) für Trenchcoats, ist Warren Buffett als Influencer nicht von Interesse. Trotzdem kann sich dies schlagartig ändern, wenn Buffett was über die Gewinnchancen der Firma schreibt.

Lesenswert: Cha, Meeyoung, Haddadit, Hamed, Benevenutot, Fabricio und Gummadi, Krishna, P. (2010).  Measuring influence in Twitter. The million follower fallacy. Proceedings of the Fourth International AAAI Conference on Weblogs and Social Media, p. 10 – 17. Aufgerufen am 8. Februar 2016 auf http://www.aaai.org/ocs/index.php/ICWSM/ICWSM10/paper/viewFile/1538/1826,2011

Wichtig ist, das wir den Offline wie auch den Online Einfluss berücksichtigen sollten.

Bevor wir uns auf die Suche nach solchen Personen machen, müssen wir die Kriterien festlegen mit deren Hilfe wir diese Personen identifizieren. Erst dann können diese selektioniert werden.

Doch welche Daten nutzen wir als Basis für diesen Prozess der Entscheidungsfindung und Selektion? Hier schafft der unten aufgeführte Ratgeber samt Checkliste die notwendige Abhilfe.

Tabelle 1. Der Ratgeber: Antworten zu 3 Fragen führen zum Erfolg
1.  Was wollen wir erreichen?

Am einfachsten ist es oft, wenn wir einmal die gewünschten Resultate definieren. Was ist das von uns gesetzte Ziel?

Eine Bloggerin schreibt über unsere Schuhe und postet auch ein Foto auf Instagram.

– Erhoffen wir uns, dass einige der LeserInnen sich inspirieren lassen und einen unserer Vertragspartner besucht um sich das Produkt zu kaufen,  und / oder
– erhoffen wir uns, dass sich einige Leser den Newsletter von DrKPI und Apple abonnieren?

Genügt es uns, dass die Marke bei gewissen Gruppen bekannter gemacht wird?
Wollen wir die Markenstärke / Brand Strength verbessern? Messen wir dann den Erfolg mittels der möglichen Steigerung der Bekanntheit unserer Marke bei der Zielgruppe?

2.  Was ist unser Zielpublikum?

Wenn wir die Ziele identifiziert haben, müssen wir uns daran machen, fest zu legen wie wir dieses Publikum erreichen können.

In der Konsumbranche können wir dies mit Hilfe von Gruppen machen. Diese werden z.B. nach Alter, Einkommen oder Geschlecht (z.B. Mann oder Frau) zusammen gestellt.

Im B2B Bereich machen wir uns Gedanken zur Grösse von Unternehmen die wir erreichen möchten (KMU = 96 oder mehr aller Unternehmen in Europa, oder andere). Dann gilt es abzuklären in welcher Industrie diese tätig sind. Ob Metallbauer oder Hotel, eine weitere Unterteilung bietet sich an nach Land oder Region. Ein bayrisches Gästehaus vermarktet sich anders als ein Familienpension in einer Hansestadt.

Desto genauer wir diese Arbeit erledigen wollen, desto schwieriger ist diese Arbeit. Sie zahlt sich jedoch insofern aus, indem die Wahrscheinlichkeit für den Misserfolg signifikant verringert wird.

3. Welche Art von Inhalten interessieren unsere Ziel- oder Kundengruppe?

Könnten diese an den Testresultaten eines Nutzers / Bloggers interessiert sein? Beispiele sind:

„Ich trug diese… zu Events. Beide waren…. Ein Paar trug sich für meine Füsse bequemer weil… „
„Wir unterzogen das iPhone und das Samsung S 7 den üblichen 5 standardisierten Benchmark Tests. Die Resultate zeigen…“

Die Definition und Erkenntnis welche Inhalte auf Resonanz oder Interesse beim Zielpublikum stossen – d.h. dem Leser Mehrwert bieten – ist Pflicht.

4. Definierte Ziele, Zielgruppen und Benchmarks = Voraussetzung für den Social Media Audit

Nur wenn wir die obigen Hausaufgaben gemacht haben, inklusive der Formulierung quantifizierter Ziele, werden wir unsere Kampagne genau auswerten können.

Ein Social Media Audit braucht die vorherige Erarbeitung der Zielvorgaben, Ressourcen Allokation, Budget, usw. Danach wird mit Hilfe des Audit und der schlüsselrelevanter Kennzahlen entschieden, wo Verbesserungen notwendig  sind. 

Wenn wir die Informationen / Antworten zu den obigen Fragen schriftlich auf je 1 Seite dokumentiert haben, geht es umgehend auf die Suche nach Influencern (siehe Präsentationsfolien unten).

Die DrKPI Methode zur Identifikation von Social Media Influencern:
Hier sichern sie sich die PDF Datei von 295KB als kostenloser Download

Die Folien oben zeigen, mit Hilfe des DrKPI Influencer Benchmark Tool können Marketing Fachleute eruieren, welche Influencers sich für eine Kampagne empfehlen.

Ebenfalls können wir genau messen, welche Influencers für unsere Marke in Frage kommen und welchen Einfluss diese mit ihren Lesern haben.

Bei einer Zusammenarbeit kann dann nach der Kampagne gemessen werden, wie genau die Inhalte die erwünschte Resonanz beim Zielpublikum erzeugten.

Schlussfolgerungen

Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass diese Arbeit nicht 100 % perfekt gemacht werden kann. Obwohl dies quantitativ gemacht wird, gibt es natürlich auch wichtige qualitative Aspekte zu berücksichtigen.

Doch gilt die Maxime: Fehler wenn immer möglich vermeiden ist Pflicht.

Tabelle 2: Die Checkliste - 4 Fehler der Amateure welche Profis geschickt zu deren Vorteil nutzen
1.  Hausaufgaben müssen gemacht werden

Die 3 Fragen in Tabelle 1 wurden weder gestellt noch schriftlich abgearbeitet. Eine Diskussion dieses Dokumentes mit Stakeholders (interessierten Gruppen) im Unternehmen wurde nicht gemacht.

2.  Bauchgefühl und Instinkt haben hier keinen Platz

Nur weil die Tochter eines Managers einen Styleblog mag, heisst dies noch nicht dieser Blogger ist ein Influencer für unsere Marke oder Produkte. Anhand der schlüsselrelevanten Kennzahlen oder KPIs muss dies recherchiert werden.

3.  Nabelschau darf nicht Trumpf sein

Anhand von unverständlichen Rankings wie solche von Klout, oder die Anzahl von Twitter Followers dürfen wir unsere Partner nicht auswählen.

Eine Resonanz von 0.012 % auf unsere Tweets von unseren Fans ist auch bei 2 Millionen Followers kein Garant, dass wir es mit einer einflussreichen Persönlichkeit zu tun haben.

4. Was lange währt, wird endlich gut

Kooperationen brauchen Zeit, Geduld und gegenseitigen Respekt wie auch Verständnis.

Erfolg bedingt, dass wir die Bedürfnisse und Ziele vom älteren Hobby und jüngeren Karriere-Bloggern verstehen. Danach zu handeln und auf Wünsche einzugehen, dass versteht sich von selbst.

Übrigens, Daten von einem Tool wie Klout zu glauben ist nicht empfehlenswert. Hohe Platzierung auf Klout heisst für den Durchschnittsnutzer (bis 55 Punkte) eigentlich nur, dass wir oft tweeten. Aber ist dies mit Einfluss gleichzusetzen?

Ebenfalls hat dieses Tool in der Vergangenheit Justin Bieber als wichtigeren Influencer als President Barack Obama eingestuft. Dieser Fehler wurde eliminiert. Doch die Ranking Kriterien sind immer noch ein Buch mit 7 Siegeln.

Ein Social Media Marketing und Social Media Monitoring Experte ist gut beraten, sich weder auf solche Zahlen zu verlassen, noch sich mit diesen zu brüsten (sie Image des Tweets unten auf Twitter)

6. Was ist Ihre Meinung? Mitdiskutieren!

Aus unserem Beitrag: Wir helfen Marken sich zu verbessern

–  Wie haben sie ihre Influencers ausgewählt?

–  Welche Beispiele kennen Sie, wo die Messung der Kampagne gut und transparent gemacht wurde?

–  Wie messen Sie den Erfolg einer Influencer Kampagne?

Mehr erfahrenANKLICKEN - der DrKPI Blog Health Check

–  Ohne Plan kappt das „Content Seeding“ nicht
–  60-Minuten Health Check: Content Marketing
–  Corporate Blog: 5 Tipps für knackige Überschriften
–  Facebook Zeitgeist: ABB, Google oder Ferrari?
–  Pew Studie – Social Media Nutzung USA nach Alter – Trendlinie weist von 2005 – 2015 führt nach oben
Ratgeber Strategie: 6 Regeln von den Profis

Urs E. Gattiker - DrKPI

Professor Urs E. Gattiker - DrKPI ist Europa's führender Experte für Social Media Analyse, Analytics & Marketing (siehe seine Fachbücher). Urs ist CEO von DrKPI, einer Firma für Smart Data Science. Diese hilft Brands deren digitales Marketing zu optimieren. Er ist Präsident des Marketing Club Lago - #MCLago vom Deutschen Marketing Verband.

20 thoughts on “Nobelmarken: Social Media Audit für Influencer Marketing

  • 15. Juni 2016 at 7:50
    Permalink

    Urs

    Danke für diesen interessanten Beitrag über Luxury Brands. Sehr interessant. Habe gerade was über eine Bloggerin in der Coop Zeitung gelesen:
    http://www.coopzeitung.ch/yonni
    Was mich noch interessiert ist wie entscheide ich das jemand einen Blog oder eine Webseite betreibt.

    Bin ich ein Blogger when ich Kolumnen schreibe auf verschiedenen Webseiten wie Watson oder auf meiner Facebook Seite?

    Was denkst du?

    Reply
    • 15. Juni 2016 at 7:58
      Permalink

      Lieber Jaco

      Danke für diesen Kommentar. Diese Frage ist schwierig.

      Ein Blog hat Textinhalte welche in chronologischer Reihenfolge auf dem Web angezeigt werden. Dabei werden die neuesten Beiträge zuerst gelistet.
      Auf einer Webseite sind die Dinge anhand der Inhaltskategorien organisiert.

      Was ist der Unterschied zwischen einer Webseite und Blog?
      1. Dialogfunktion: Der grösste Unterschied zu einer Webseite ist dabei, dass der Blog es Lesern ermöglicht Kommentare zu hinterlassen welche der Autor beantwortet. Es entsteht also ein Dialog zwischen Autorin und den Lesern .

      2. Regelmässig publizierte Inhalte: Im Gegensatz zu einer Webseite werden im Blog regelmässig neue Inhalte publiziert (z.B. 1 x im Monat oder sogar jede Woche). Diese können länger oder aber auch relativ kurz sein. Private Blogs haben eher eine persönliche Note, Firmenblogs weniger.

      Was ist ähnlich zwischen Blog und Webseite?
      Einige Dinge sind auch ähnlich zwichen einem Blog und einer Webseite

      A. Content Management System (CMS): Wie eine Webseite hat auch ein Blog ein CMS. Es gibt Firmen wie z.B. http://Lumendi.com welche ihre Webseite und Blog mit Blogging Software managen (z.B. WordPress oder Drupal). Das heisst WordPress erlaubt es der Firma sowohl ein Blog wie auch eine Art Webseite auf einmal zu nutzen.

      B. Fokus der Texte auf die Bedürfnisse vom Zielpublikum: Eine gute Webseite wie auch Blog offeriert dem Zielpublikum (z.B. Fans eines Sportclubs, Kunden oder mögliche Kunden einer Maschinenfabrik) Texte welche von Interesse sind.

      Das heisst die Inhalte bieten für das Zielpublikum Mehrwert. Natürlich müssen wir dies genau definieren.
      Regelmässig Qualitätsinhalte für meine Zielgruppe zu erstellen ist dabei die Herausforderung für eine Bloggerin.

      Was ist nun ein Blogger?
      Wenn wir davon ausgehen das dieser Mensch Texte schreibt und diese im Web publiziert kann sich heute fast jeder Blogger nennen.
      Doch würde ich denken, die Bloggerin hat eine Webseite, auf welcher sie regelmässig Textinhalte in chronologisch gestalteter Reihenfolge publiziert..
      Dies ist bei der Yonni Meyer nicht der Fall. Ihre Webseite ist zwar mit Blogging Software gemacht. Die Inhalte sind jedoch nur statisch und dienen der Werbung zur eigenen Marke / Vermarktung von Yonni Meyer. Aber gut gemacht, keine Frage! Siehe hier: http://yonni.ch/bloggerin/pony-m/

      Schlussfolgerungen
      Fotos auf Instagram zu publizieren, oder eine Facebook Seite mit Inhalten zu füllen macht mich also noch nicht zu einem Blogger.

      Ebenfalls bin ich noch kein Blogger wenn ich statische Inhalte auf meiner Webseite habe, auch wenn ich diese mit Blogging Software erstellte.

      Uebrigens, wenn dann ein Blog von Dez 2015 bis Juni 2016 keine neuen Beiträge mehr hat über Wein http://www.weinlatein.ch/content/weinblog/de/home.html oder z.B. den Garten: http://www.coopzeitung.ch/Gartenblog — dann ist es schon fast unmöglich mit seinen Lesern in einen Dialog zu treten.
      D.h. ein als Blog aufgemachte Seite kommt dann eher wie News (wir senden stehen aber nicht im Dialog mit Lesern) daher. Das Web 2.0 oder 3.0 Kleid macht mich noch nicht zum erfolgreichen Blogger wenn ich mich wie ein Web 1.0 Schreiber verhalte 🙂 …

      Weitere Infos gibt es in meinem Buch Social Media Audits: Achieving deep impact without sacrificing the bottom line, Seite 8-23 – Definition zum Thema Social Media.

      Hoffe das bringt Dir was. Grüessli Urs

      Reply
      • 15. Juni 2016 at 8:49
        Permalink

        Uebrigens, bevor ich es vergesse.
        Dieser Tage kann man auch auf Zeitungen Kommentare hinterlassen.
        Der von dir verlinkte Beitrag von der Yonni Meyer „Ich schreibe über das was mir wichtig ist“ in der Coop Zeitung (14. Juni, 2016; Nr24, Seite 108-109) erlaubt es dir ebenfalls Kommentare zu hinterlassen.

        Die Coop Zeitung ist hier ein gutes Beispiel wie Dialog auch immer mehr in traditionellen Print Medien (z.B. NZZ oder Tages-Anzeiger) wie auch Online Medien zu einem Thema geworden ist.
        Will heissen Leserkommentare sind willkommen.

        Nur ist natürlich eine News / Nachrichtenseite oder Print Magazin kein Firmenblog oder ein persönlicher Blog.
        Doch die Abgrenzung ist nicht schwarz / weiss, ja oder nein 🙂

        Grüessli
        Urs

        PS. Yonni Meyer ist eine freischaffende Journalistin — früher hat man dies auch Publizist/Publizistin genannt — welche neben Kolumnen auch Bücher schreibt und als Komikerin auftritt.

        PPS. Bei Zeitungen ist der Unterschied zwischen festangestellten Kolumnisten und Journalisten des Verlages laut Lucy Kellaway (Financial Times), dass die ersteren namentlich aufgeführt sind (auf der Meinungsseite oder beim Artikel mit Foto) und ihr Jahressalär 6-stellig ist (in Britischen Pfund). Für die Journalisten ist das Foto seltener und 5-stellige Jahresgehälter sind bei der FT die Norm, laut Lucy Kellaway.

        Reply
  • 15. Juni 2016 at 22:22
    Permalink

    Lieber Urs,

    werden wir nicht alle irgendwie beeinflusst, sprich manipuliert?

    Wenn wir ein neues Lied im Radio hören, gefällt es uns im ersten Augenblick vielleicht gar nicht. Bekommen wir es regelmäßig und oft genug vorgespielt, ändert sich unsere Meinung, Ausnahmen bestätigen auch die Regel.

    Das gleiche passiert in der Werbung, wir müssen es nur oft genug sehen und es speichert sich in unserem Unterbewusstsein ab. Die Werbung hat mittlerweile Blogger als Werbeplattform entdeckt, da sie sehr glaubwürdig sind. Die Produkte bekommen durch den Blogger ein Gesicht und glaubwürdige Aussage. Zum Beispiel:

    Eine Firma bewirbt ein Make Up und stellt die ganzen Vorzüge vor. Wir sehen aber nur die Hülle nicht den „Pudels Kern“. Der Blogger lässt noch seine eigene Erfahrung einfließen und gibt dadurch dem Werbeprodukt ein viel größeres Gewicht.

    Um so bekannter das Werbegesicht, desto größer die Aussenwirkung. Aber je mehr Blogger berichten, desto größer die Wirkung, denn so viele können sich nicht irren. Ich würde sagen den Bloggern gehört die Werbezukunft.

    Liebe Grüße
    Petra

    Reply
    • 16. Juni 2016 at 8:31
      Permalink

      Liebe Petra

      Danke für diesen Kommentar noch spät Abends. Da musste ich bis heute morgen überlegen bevor ich bereit war dir eine Antwort zu schreiben.

      == „the more you see ads the more you believe“ oder
      == ein Zitat von David Ogilvy zum Thema: „Your role is to sell, don’t let anything distract you from the sole purpose of advertising.“

      Wenn ich das obige mir so überlege, dann ist auch der Blogger ein Teil der Werbung. Mit anderen Worten, es interessiert mich natürlich sehr ob die Bloggerin direkt oder indirekt für mich verkauft? Wie sie mich unterstützt mit meinen Verkaufsanstrengungen usw.

      Der Crux ist dann, wie messe ich die Beeinflussung des Lesers durch einen oder viele Einträge in Blogs welche die Leserin im Laufe von z.B. 2 Monaten liest.
      Aakers (siehe Beitrag zum Branding hier) sagt ja schon seit Jahren, dass wir auf 3 Dinge achten sollten wenn es um Markenstärke oder Brand Strength geht:

      1. Wahrnehmung (Awareness) der Marke, d.h. kennen wir die Marke.
      2. Assoziation und Glauben (Beliefs) über die Marke.
      3. Einstellung zur Marke (positiv, negative oder keine Meinung).

      Blogger können hier sicherlich die Wahrnehmung einer kleineren Marke helfen zu verbessern. Ein Beispiel wäre ein noch junges eher lokal oder auf eine Region wie D-A-CH fokussiertes Fashion Label.

      Die Einstellung zu einer Marke basiert vielleicht eher auf Mund-zu-Mund Marketing (Word-of-Mouth Marketing = Freunde und deren Erfahrung mit dem Produkt).
      Unsere Zahlen zeigen auch, dass die Assoziation mit und der Glaube über die Marke ebenfalls von Bloggern beeinflusst wird.

      Aber das Fazit ist dann:

      – mit einigen Bloggern arbeiten welche gut mit ihren Lesern im Dialog sind, und weniger mit
      – „Stars“ welche dem Broadcasting verschrieben sind. Diese „Stars“ haben öfters hohe Fan oder Follower / Visitor Zahlen. Doch die Kommentarfunktion ist ausgeschaltet oder aber es gibt keine Leserkommentare. Wenn es dann vielleicht welche gibt sind die oder aber die Antwort des Blogger ohne Tiefganz, d.h. bieten dem Leser keinen Mehrwert.

      Als Beispiel kann hier eine Nobelmarke im Bereich Personal Care, Kleidung oder Accessories wie Taschen dienen. Nutzung dieser Produkte durch eine Bloggerin ist dann interessant, wenn:

      – sie ihre Erfahrungen bei der Nutzung dieser Produkte im Blog bespricht, und
      – den Kunden / Lesern aufzeigt, welche Variationen, verschiedene Anwendungen usw. das Produkt dem Konsumenten offeriert (manchmal überraschend viele 🙂 ).

      Doch dies heisst wir brauchen Authentizität mit Tiefgang…. Diese Bloggers gibt es jedoch nicht wie Sand am Meer. Vor allem nicht wenn sie über 30, 40 oder 50 sein sollten. Da muss die Nobelmarke suchen (wie wir das tun anhand unserer Datenbank ).

      Hier machen es sich vielleicht einige Agenturen ein wenig zu leicht. Es könnte aber auch sein, dass es ihnen an den notwendigen Kennzahlen zu einem Auswahlsystem fehlt. Das Resultat sind dann öfters Entscheidungen die auf deren Bauchgefühl basieren. Eine schlechte Business Strategie.

      Grüessli
      Urs

      Reply
  • 16. Juni 2016 at 17:13
    Permalink

    Stimmt Urs,

    die Politik einer Werbeagenturen sin für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Vor kurzem habe ich einen Bericht für einen Frisörsalon gemacht zu Haarverdichtung und Umstyling

    HairStyling – Mein neue ich (47 Kommentare !)

    Anfänglich hatte ich etwas bedenken ob dieser Artikel überhaupt für die Besitzerin von Nutzen sein kann, da sie Ihren Salon in Lüdenscheid und Dortmund hat. Annegret Finke wollte aber unbedingt mit mir zusammen arbeiten, da sie von meinem Blog überzeugt und angetan war.

    Du kannst dir meine Überrraschung vorstellen als sie mich 3 Tage nach erscheinen des Artikeln anrief. Sie hatte über 4.000 Aufrufe auf ihrer Facebookseite und Istagramm wäre bei ihr explodiert.

    Mehrere Kundinnen hatten aufgrund meines Artikels einen Termin bei ihr gebucht um das gleiche machen zu lassen wie ich es bei mir gemacht habe. Dieser unerwartete Erfolg hat mir gezeigt das wirklich alles möglich ist. Der Blog muss nur authentisch und glaubwürdig sein, dann ist er auch erfolgreich.

    LG Petra

    Reply
  • 17. Juni 2016 at 13:33
    Permalink

    Vielen Dank lieber Urs,

    wie du schon geschrieben hast, Kommentare sind das Trinkgeld eines jeden Bloggers/in.

    Ich freue mich natürlich sehr, dass mein Blog so gut angenommen wird.

    Herzliche Grüße
    Petra

    Reply
  • 18. Juni 2016 at 9:41
    Permalink

    Gerne liebe Petra

    Ja wir wollen alle Resonanz und den Dialog fördern. Was vielleicht ein paar Leute vergessen dabei ist, dass dies nicht ohne Arbeit und Zeitaufwand geschehen kann.

    Ein Like oder Share auf Instagram oder Facebook bedingt nicht das ich den Inhalt lese oder auch die Foto wirklich gut studiere. Eine halbe Sekunde, inwieweit dies vergleichbar ist mit einem Kommentar welche ich schreibe und dabei 5 bis vielleicht sogar 15 Minuten brauche, ist mir schleierhaft.

    Aber ich freue mich jedesmal riesig wenn ich einen Kommentar bekomme. In 99% der Fälle enthalten diese wichtige zusätzliche Information das für weitere Leser von Interesse sein dürfte.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
    Grüessli
    Urs

    Reply
  • 18. Juni 2016 at 20:15
    Permalink

    Lieber Ura, das stimmt.

    Ich freue mich auch immer über jeden Kommentar und beantworte ihn gerne. Daraus ist schon so manch netter Dialog entstanden.

    Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende.
    LG Petra

    Reply
  • 23. Juni 2016 at 14:46
    Permalink

    Hallo Urs,
    erst nochmal vielen Dank für die Links zur Analyse.
    Wir haben sogar 4 Blogs und einen speziell zum Influencer Marketing, auf dem ich sehr viel zum Influencer Marketing geschrieben habe und auch einen Leitfaden dazu entwickelt habe:
    http://www.influma.com/blog/
    http://www.influma.com/blog/influencer-marketing-3-0-fuer-die-unternehmenskommunikation/

    Ich bin der Überzeugung, dass Influencer Marketing im Zeitalter des Social Webs zukünftig eine der wichtigsten Marketing-Methoden sein wird. Denn, die emanzipierten Medienbürger lassen sich kaum noch mit platter Markenwerbung überzeugen.

    Auch mit Content Marketing alleine dringt man im Zeitalter des Content Shocks nur noch bedingt zu den Kunden durch. Und nicht überall, wo Content Marketing drausfsteht, ist auch Content Marketing drin. Am erfolgsversprechendsten ist sicherlich die Kombination aus relevantem Content und einem professionellen Influencer Relations durch Social Networking.

    Im Prinzip ist das Influencer Marketing ja nichts Neues. Die PR hat schon immer versucht, Produkte und Dienstleistungen mit Hilfe von einflussreichen Meinungsmacher und Multiplikatoren an die Öffentlichkeit und zu den Zielgruppen zu bringen. Heute sind dies Blogger und Social Media Influencer, die für die Unternehmen besonders relevant sind.

    Das Problem ist nur, dass das Influencer Marketing und Blogger Relations heute in der Regel nicht von den PR-Abteilungen, sondern von den Werbeabteilungen und Agenturen übernommen wird, die teilweise noch nach traditionellen Werbe KPIs ausgerichtet sind und denen häufig die Erfahrung im sensiblen Umgang mit Meinungsmachern fehlt.

    Das Resultat sind genervte Blogger oder Beiträge, denen die Authentizität und Glaubwürdigkeit fehlt. Professionelles Influencer Marketing steckt bei uns sicherlich noch in den Kinderschuhen. Am professionellsten sind hier sicherlich Lifestyle Blogger.

    Fakt ist, Influencer Marketing ist eine langfristige und nachhaltige Strategie und lässt sich sicherlich nur schwer in einzelnen Kampagnen messen.
    Wie in der Werbung wirken auch Influencer Kampagnen meist nur sehr kurzfristig, währen professionelle Partnerschaften und Kooperationen eine langfristige und nachhaltige Wirkung entfalten, sich dafür aber viel schwerer messen lassen.

    Reply
    • 24. Juni 2016 at 7:32
      Permalink

      Liebe Melanie

      Herzlichen Dank für Deinen interessanten Kommentar inklusive der interessanten Links. Da musste ich meine Antwort in 2 Kommentare aufteilen.

      Teil 1 folgt hier.

      Natürlich habe ich gleich die Links besucht und runtergeladen. Auf Seite 3 zitierst du eine Studie, die sagt dass jeder 11 Deutscher ein Influencer ist. Auf Seite 11 habe ich dann die Definition von Influencer gefunden von Macromedia Forschern, welche wie folgt lautet:

      „Influencer neigen durch besonders hohes Markenbewusstsein zum
      Empfehlen von Marken

      Charakteristikum 1: Influencer sind Recommender (Alle, die in den letzten 6
      Monaten eine positive Markenempfehlung oder eine negative Äußerung in
      Social Media ausgesprochen haben) mit überdurchschnittlich hohem
      Markenbewusstsein.

      Durch ihre ausgeprägte Vernetzung erreichen sie gleichzeitig mehr CoKonsumenten
      als der durchschnittliche Social-Media-Nutzer.

      Charakteristikum 2: Influencer nutzen mindestens täglich Social Media.
      Durch ihre Reputation als Marktkenner wirken sie in ihren Empfehlungen
      auch besonders überzeugend.

      Charakteristikum 3: Influencer haben eine überdurchschnittliche Reputation
      als Marktkenner.“

      Das ist eine sehr interessante Definition welche weit gefasst ist und somit viele Menschen zu Influencern macht. Wenn jeder 11. Deutsche einer ist, dann kann ich dies aus der Studie nicht ersehen wie das kalkuliert worden ist.

      Z.B. was ist ausgeprägte Vernetzung, wie operationalisiere ich das und messe es dann noch mit Social Network Analysis, z.B. Und warum nutzen Influencer mindestens 1 x täglich Social Media (wenn Whats App auch ein Social Media sein darf in dieser Definition, dann nutzen fast alle von uns Social Media mehrmals am Tag… inkl. SMS schreiben).

      Verstehe mich nicht falsch bitte, ich stimme mit Dir und auch MrWOM (Marke Leinemann) völlig überein, Influencer sind wichtig und Mund-zu-Mund Propaganda ist super. ABER

      – wie messe ich das genau und objektiv (Bauchgefühl lasse ich dabei aussen vor), UND
      – welche Kennzahlen habe ich, denen ich trauen kann?

      Ich liebe dieses Thema. Besonders gut gefällt mir auf Seite 5 deines Reports (runterladen lohnt sich !!) dieser Text auf S. 5:

      “Die Influencer machen offensichtlich eine Sache sehr
      richtig und sehr erfolgreich: sie kommunizieren die
      richtigen Inhalte über die richtigen Kanäle an die richtigen
      Zielgruppen und können sich dadurch eine hohe
      Anerkennung in einer großen und treuen Community
      aufbauen.”

      Wir versuchen dies z.B. zu messen indem wir eruieren mit Zahlen wie der Dialog im Blog eines Influencers funktioniert oder aber wie die Text wo mit welchen Zielgruppen geteilt wird.

      Das hilft Licht in die Sache zu bringen was die Effektivität der Kommunikation mit dem Zielpublikum betrifft. Aber wir sind uns hier sicher einig, es ist nicht einfach.

      Grüessli
      Urs

      Reply
    • 24. Juni 2016 at 7:40
      Permalink

      Melanie hier mein Teil 2 – die Antwort zu Deinem tollen Kommentar!

      Da muss ich gleich mal überlegen wie ich antworten soll. Aber ich versuche es. 🙂 Du schreibst:

      Im Prinzip ist das Influencer Marketing ja nichts Neues. Die PR hat schon immer versucht, Produkte und Dienstleistungen mit Hilfe von einflussreichen Meinungsmacher und Multiplikatoren an die Öffentlichkeit und zu den Zielgruppen zu bringen. Heute sind dies Blogger und Social Media Influencer, die für die Unternehmen besonders relevant sind. Das Problem ist nur, dass das Influencer Marketing und Blogger Relations heute in der Regel nicht von den PR-Abteilungen, sondern von den Werbeabteilungen und Agenturen übernommen wird, die teilweise noch nach traditionellen Werbe KPIs ausgerichtet sind und denen häufig die Erfahrung im sensiblen Umgang mit Meinungsmachern fehlt.

      Dieser Ansatz finde ich sehr interessant. Ich nehme daraus, dass Du der Meinung bist, dass dies Werbeabteilungen und Agenturen nicht unbedingt gleich gut diese Beziehungen mit Blogger und Influencer aufbauen können wie die PR Abteilung des Unternehmens.

      Vielleicht hängt dies auch von der Grösse des Unternehmens ab wie auch der Menschen welche in der PR Abteilung oder der Agentur arbeiten.

      1. In einem KMU (weniger als 250 Vollzeitstellen = ca. > als 95% aller Arbeitgeber in der EU und Schweiz) da macht es vielleicht die Marketing Abteilung und die Kommunikation. Das sollte eigentlich gut klappen, ansonsten gibt es Hilfe von uns 🙂

      2. Beim Mittelstand oder grössere Betriebe hat dies viel mit dem Organigramm und mit der Struktur zu tun (wer darf oder muss was machen)…

      Ich finde oft sind es die Menschen welche den Unterschied machen. Versteht der PRler den Blogger wirklich und umgekehrt.
      Wie können diese unterschiedlichen Interessen zusammengeführt werden – unter einen Hut. Nur wenn wir die richtige Balance finden, stimmt es für alle Beteiligten, inkl. Zielpublikum / Konsument.

      Wenn der Blogger oder Influencer (siehe auch Mark’s Kommentar unten) nicht mehr vertrauenswürdig ist aus der Perspektive unseres Kunden, dann haben wir alle ein Problem.

      Das ist eine grosse Herausforderung. Aber ihr packt das ja gut an und wir versuchen es auch 🙂

      Grüessli
      urs

      Reply
  • 23. Juni 2016 at 16:06
    Permalink

    Interessanter Beitrag und interessante Kommentare. Dafür an dieser Stelle erst einmal ein grosses Dankeschön.

    Influencer Marketing ist ja gerade ein echter Hype, leider, muss man sagen. Denn die meisten Marken und ihre Agenturen verstehen es leider nur als weiteren Kanal, um Reichweite zu erhalten.

    Insofern ersetzen Influencer teils die bestehenden Medien, auch digitale Medien. Allerdings leidet langsam auch die Glaubwürdigkeit, je mehr sponsored posts erscheinen.
    Fragt man die Nutzer, zeigt sich, dass diese den gesponsorten Influencer-Beiträgen mit 18% viel weniger vertrauen als den Empfehlungen von „normalen“ Menschen (>70%).

    Ich bin daher der Meinung, dass Marken sich vor allem mehr um diese „Durchschnitts-Influencer“ kümmern sollten, sprich auf echtes Word of Mouth fokussieren sollten. Jedenfalls wenn es um den Abendverkauf, den Einfluss auf den Kaufentscheid geht.

    Entsprechend dem Zitat von Ogilvy folgend – „Werbung muss verkaufen“ – bietet Word of Mouth (WoM) hier auch messbare ROI in Sales Zahlen an.

    Der Collaborative & WoM Marketing Anbieter trnd hat seine Kampagnen unabhängig per Marketing-Mix-Modelling messen lassen und kam dabei auf einen Durchschnitts-ROI von knapp 4 €, bei 27% der Kampagnen sogar auf bis zu 10 € je investiertem Marketing €.

    Wenn es um reine Awareness, Reichweite geht, ist Influencer Marketing sicher eine gute Alternative zu den etablierten Medien. Und dies bringt mehr Sichtbarkeit für die Marke.
    Ob es aber auch höhere Glaubwürdigkeit bringt, hängt stark vom jeweiligen Influencer und seiner Reputation beim Nutzer ab. Und der weiss mittlerweile, dass Influencer sich genau wie TV Stars und Celebrities für ihre „Empfehlungen“ bezahlen lassen.

    Aber auch in punkto Reichweite kann das Word of Mouth von „Jedermann“ Influencern mithalten. Denn bei den WoM Kampagnen machen meist mehrere 1000 Nutzer mit, die einzeln zwar weniger Reichweite haben, aber zusammen und in Kombination mit dem Ripple Effekt (dem Weitererzählen über mehrere Empfehlergenerationen durch z.B. social Sharing – off- wie online) dann doch auch auf ähnlkch hohe Reichweiten kommen können.

    Dieser Ripple Effekt bleibt in diesem Mass oft bei Influencer Kampagnen aus, da ich eher etwas teile, was von Freunden kommt, als wenn es von einem Influencer kommt.

    Reply
    • 24. Juni 2016 at 8:40
      Permalink

      Lieber Mark

      Herzlichen Dank für deinen Kommentar. Auch hier ist hast du sehr viel wichtige Informationen reingepackt. Ich glaube ich antworte 2 x.

      Hier ist mein Teil 1.
      Du schreibst:

      Interessanter Beitrag und interessante Kommentare. Dafür an dieser Stelle erst einmal ein grosses Dankeschön.
      Danke, ich freue mich immer riesig wenn du wieder mal Zeit findest zu kommentieren. Denn deine Kommentare bringen immer eine grosse Portion Substanz mit in die Diskussion. Merci

      Fragt man die Nutzer, zeigt sich, dass diese den gesponsorten Influencer-Beiträgen mit 18% viel weniger vertrauen als den Empfehlungen von „normalen“ Menschen (>70%).“

      Mark, zu diesen sehr wichtigen Zahlen hätte ich noch liebend gerne einen Link zum Report wo dies besprochen wird. Das will ich unbedingt lesen. Würde ja darauf hindeuten das Influencer Marketing für die Katz ist ! Kannst du uns hier helfen diesen Report zu finden? Danke im voraus.

      Der Collaborative & WoM Marketing Anbieter trnd hat seine Kampagnen unabhängig per Marketing-Mix-Modelling messen lassen und kam dabei auf einen Durchschnitts-ROI von knapp 4 €, bei 27% der Kampagnen sogar auf bis zu 10 € je investiertem Marketing €.

      Auch hier würde ich mich riesig freuen einen Link zu bekommen, sodass ich und unsere Leser diesen wichtigen Report auch lesen dürfen. Auch hier lässt diese Kennzahl aufhorchen.
      Vielleicht darf ich noch darauf hinweisen dass ich im Zusammenhang mit Marketing oder Werbung Return-on-Investment oder ROI nicht brauchen würde. Wir reden hier ja eigentlich von einer Kosten- und Nutzen-Analyse. Das heisst, die Investitionen in die Werbung oder dem WOMM (Word-of-Mouth Marketing) werden den diesen Aktivitäten zugeordneten Verkaufserlösen gegenübergestellt. Nach Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) – Rechnungslegung – ist dies ja noch nicht Profit (ROI) wenn ich vom Verkaufserlös die Kosten abziehe.

      Wenn wir von den Finanz- und Buchhaltungsexperten wie auch Revisoren / Buchprüfern ernst genommen werden wollen, müssen wir wohl mit der Verwendung von ROI aufpassen 🙂
      Sonnige Grüsse
      Urs

      Reply
    • 24. Juni 2016 at 17:41
      Permalink

      Lieber Mark

      Teil 2 der Antwort. Du schreibst:

      Ich bin daher der Meinung, dass Marken sich vor allem mehr um diese „Durchschnitts-Influencer“ kümmern sollten, sprich auf echtes Word of Mouth fokussieren sollten. Jedenfalls wenn es um den Abendverkauf, den Einfluss auf den Kaufentscheid geht.

      Die obige Information finde ich natürlich sehr interessant. Du erklärst ja auch von den WoM Kampagnen wo mehrere 1,000 Nutzer mitmachen. In diesen Fällen hängt es sicherlich auch vom Produkt hab wie gut dies funktioniert. Wer hat schon heute die Zeit und den Willen bei solchen Kampagnen mitzumachen. Das sind bestimmte Menschen, die ich nicht unbedingt als diejenigen sehe, welche meinen Kaufentscheid in irgend einer Weise beeinflussen können.
      Bei teuren Markenprodukten ist vielleicht der Blogger besser positioniert als solche Gruppen…. ?

      Wenn es um reine Awareness, Reichweite geht, ist Influencer Marketing sicher eine gute Alternative zu den etablierten Medien. Und dies bringt mehr Sichtbarkeit für die Marke.
      Ob es aber auch höhere Glaubwürdigkeit bringt, hängt stark vom jeweiligen Influencer und seiner Reputation beim Nutzer ab. Und der weiss mittlerweile, dass Influencer sich genau wie TV Stars und Celebrities für ihre „Empfehlungen“ bezahlen lassen.

      Mit deinen Anmerkungen welche ich oben zitierte sprichst du wein weiteres sehr wichtiges Thema an – Reputation und Glaubwürdigkeit. Zum Teil hängt dies sicherlich auch von der Transparenz und Compliance des Blogger ab.

      Reply
  • 24. Juni 2016 at 13:17
    Permalink

    Hallo Urs,

    vielen Dank für Dein Feedback und die spannende Diskussion hier.

    Zu Deiner ersten Antwort:
    Die Aussage, dass jeder 11. Deutsche mittlerweile ein Influencer ist, ist sicherlich eine sehr pauschale Aussage und Influencer ist nicht = Influencer gemäß meiner Definition. Im Prinzip kann natürlich auch jeder, der in den Social Media öffentlich etwas postet, andere damit beeinflussen, was aber sicherlich noch keine Aussage über „Einfluss“ im Sinne von Reichweite macht.
    Ich finde es aber wichtig, Influencer nicht nur in den großen „Star“ Kategorien zu betrachten und den Influencer-Faktor auch entsprechend so zu berechnen. Natürlich möchte jeder Influencer mit einer Reichweite von Lady Gaga als Markenbotschafter gewinnen. Dabei vergisst man allerdings, dass vielleicht auch die eigenen Kunden oder Mitarbeiter wichtige Markenbotschafter fungieren können, wie viel authentischer und mit viel weniger Aufwand und Kosten zu gewinnen sind.
    So finde ich auch die allgemeinen Influencer Indizes wie Kloud und Kred problematisch, weil sie nur die absoluten Zahlen und nicht den relativen Einfluss, z.B. auch in Nischenmärkten berücksichtigen. So ziehen solche Indizes auch nur Zahlen aus den bekannten Netzwerken, aber nicht aus Fachportalen, Foren, Blogkommentaren und sonstigen Diskussionsgruppen, wo manche Influencer auch einen großen Einfluss ausüben können.

    Zu 2:
    Ich würde behaupten, dass Influencer Marketing weder in PR-Abteilungen, noch in Werbeabteilungen richtig aufgehoben ist. Genau wie Content Marketing und Social Media, halte ich Influencer Marketing für eine zentrale Strategie der Unternehmenskommunikation. Kommunikation im Zeitalter des Social Webs kann nur noch gelingen, wenn alle Kommunikationsdisziplinen an einem Strang ziehen und ihre Kompetenzen zusammenführen. Influencer Marketing braucht Empathie, relevante Inhalte und eine gute Vernetzung, um zu funktionieren.

    Beste Grüße
    Melanie

    Reply
    • 24. Juni 2016 at 17:44
      Permalink

      Liebe Melanie

      Super Antwort, als würde ich nicht schon wegen der Hitze schwitzen 🙂 ich versuch auch auf diese Antwort nochmals zu beantworten 🙂

      Deine Antwort 1

      Also ich habe ja Influencer nicht so definiert, dass kam von einer Definition auf welcher dein White Paper or Guide sich stützt / zitiert /erwähnt. Aber ja einverstanden etwas pauschal scheint mir deren Definition auch.

      Ich finde Kloud and Kred schwierig, weil niemand genau weiss wie diese Kennzahlen kalkuliert werden, somit will ich mich nicht auf diese verlassen müssen. Aber wie du bin ich auch der Meinung, dass ausser Twitter im besonderen eigentlich alle Foren und Blogs wo wir partizipieren in der Kalkulation von Klout keine Rolle spielen. Das kann es sicherlich nicht sein.

      strong>Deine Antwort 2
      Du schreibst:
      Genau wie Content Marketing und Social Media, halte ich Influencer Marketing für eine zentrale Strategie der Unternehmenskommunikation.

      Wenn wir das angucken sprichst du sicherlich von Grossfirmen, denn ein KMU kennt diese Problematik nicht. Da wird Marketing und Kommunikation von ein paar wenigen Talenten gemanaged.
      Ob Influencer Marketing eine zentrale Strategie ist von Unternehmenskommunikation, hängt für mich davon ab, wie wir Strategie definieren: Was ist eine Strategie?

      Die Kommunikationsabteilung koordiniert vielleicht Content Marketing, Social Media und Influencer Marketing Aktivitäten. Doch müssen die Leute aus der Linie hier mitmachen, damit wir unsere Ziele erreichen können. Zum Beispiel, die Linie schreibt die Story vom Event, wobei Kommunikation dann vielleicht noch ein wenig Lektorarbeit einbringt, SEO, usw.

      Voraussetzung für Influencer Marketing ist Empathie und Inhalte mit Mehrwert für die Zielgruppe. Dem stimme ich sicher zu.Somit hat Unternehmenskommunikation eine Koordinationsfunktion. Um jedoch authentisch rüber zu kommen braucht es die Beiträge von den Fachexpertinnen. Diese sitzen nicht in der Kommunikation.

      Wie wir heute alle direkt oder indirekt im Verkauf und Kundenservice arbeiten, so ist es auch mit Social Media. Will heissen, Kommunikation mag festlegen wo es hingehen soll. Doch die Linie hat die Expertise und will vom Kunden gehört werden.

      Blogs die von der Kommunikationsabteilung in Eigenregie gemacht werden sind oft nicht optimal. Die Kennzahlen zeigen ebenfalls, das diese oft nicht als sehr authentisch beim Zielpublikum rüberkommen. Der Dialog mit und Engagement von Lesern bleibt dann auch – wie unsere Kennzahlen aufzeigen — eine Seltenheit.

      Ich bedanke mich bei Dir und wünsche ein erholsames Wochenende.
      Grüessli
      Urs

      Reply

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