Influencer Marketing: Blog, Instagram & YouTube

In Kürze: Bsp. Daimler, L’Oréal, BaloiseJobs… Die Frage warum das Unternehmen eine bestimmte Plattform und Influencer nutzt, können Marketing Experten oft nicht genau beantworten. Das verursacht unnötige Verwirrung und Kosten.

Lesenswert

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Kürzlich hat mich ein Brand Manager mit der Frage konfrontiert:

Kümmert es uns ob der Influencer einen Blog, Vlog oder Instagram Konto hat?

Bevor wir diese Frage beantworten, müssen wir einige Dinge klarstellen.

1. Blogger 2017

Ich fing ca. 1999 mit dem Bloggen an. Dazu nutzte ich ein von uns programmiertes Newsboard oder Bulletin Board zur Kommunikation. Mein Themenbereich war damals InfoSec,  Technologie & Innovation, Strategie und Risiko Management.

Blogspot und WordPress begannen sich um 2003 rum rasch zu verbreiten. Ein wichtiger Grund war deren Nutzerfreundlichkeit im Vergleich zum klassischen Newsboard. 2009/2010 zeigt eine Studie, dass schon damals 23% der Fortune 500 Unternehmen Blogs nutzten.

2016 waren es 181 Firmen (36%) der Fortune 500, welche Corporate Blogs für das Content Marketing nutzten (UMass Center für Marketing Research).

Heute werden neben Videos auch Präsentationen und PDF Dateien im Blog eingebettet. Diese Dateien sind oft auch als kostenloser Download erhältlich.

Unten haben wir einige Kategorien von Blogs und Sub-Kategorien aufgeführt.

1.1 Der Blog als Hobby

1.1.1  Kein Einkommen: Die Bloggerin schreibt was sie möchte z.B. über ein Hobby wie Stil oder Gartenarbeit.

Auch wenn ich einen Blog in meiner Freizeit schreibe, heisst dies natürlich nicht, dass ich mir nicht auch monetäre und andere Vorteile – wie Einladungen an Events oder Spesenerstattung –  verschaffen kann.

1.1.2  Blog generiert Einkommen:  Dies geschieht z.B. über Ads auf dem Blog oder aber Affiliate Links (d.h. wenn Leser dann was kauft auf z.B. Amazon, kriegt der Blogger eine kleine Kommission). Dies können auch gesponserte Beiträge / Werbung sein.

Ein sehr professionelles Beispiel ist der Blog von Olivia Palermo. Die Kontaktseite hat mehrere Adressen, aufgeteilt nach Art der Zusammenarbeit, wie z.B. Sponsoring oder Auftritt an einer Vernissage. Wenn dies versucht, kann sich die Bloggerin somit verschiedene Einnahmequellen erschliessen.

1.2 Der Blog ist Teil der Corporate Communication

Im Oktober 2016 haben 181 Firmen (36%) der Fortune 500 Corporate Blogs für das Content Marketing genutzt (UMass Center für Marketing Research). Einige der verschiedenen Szenarien sind unten aufgelistet.

1.2.1 Einzelfirma: Der Blogger arbeitet als Freiberufler, Selbstständiger oder Kleingewerbetreibende Person. In den meisten Ländern hat er oder sie deshalb eine Umsatzsteuer-Nummer.

Ziel ist mit Hilfe vom Blog ein Produkt zu vermarkten. Beispiele sind Kurse, Handwerksarbeiten oder Consulting.

1.2.2 Kleinstunternehmen (weniger als 10 Vollzeit-Mitarbeiter): Kann ein kleines Unternehmen sein wie z.B. die Chriselle Corporation   (blogger of the year – BlogLovin). Ihre Firma verkauft über den „eigenen Shop“ der auf z.B. net-a-Porter verlinkt … d.h. die Chriselle Corporation kriegt für jeden Verkauf über einen dieser Link eine Provision.

1.2.3 Kleinstbetrieb mit e-Shop: Hier werden z.B. die eigene Modelinie oder Designs dem Blogleser angeboten, wie  z.B. Helena Bordon. Sie verkauft über den Shop eine eigene Linie von Sonnenbrillen.
Bei e-Shops ist die Webseite / Blog primär dazu, da jetzige und potentielle Kunden zu informieren und zum Kauf zu animieren.

1.2.4 Corporate Blog / Firmenblog: Wie der Daimler , Opel oder BaloiseJobs Blog.

Der Corporate Blog dient nicht zum generieren von Einkommen. Anstatt gilt es das Branding zu verbessern. Ebenfalls interessiert hier der effiziente Aufbau von einer Beziehung mit Kunden.

Oft verkommen Blogs aber zu einer reinen Werbeplattform. Das Resultat ist eine sinkende Resonanz bei Lesern. Der Daimler wie auch der BaloiseJobs Blog sind gute Beispiele für dieses Problem.

Hier muss das Ziel sein, die richtige Balance zwischen Corporate Communication („was machen wir, warum sind wir gut“) und Inhalte mit Mehrwert für die Zielgruppen zu finden.

Unser Firmenblog im Vergleich: DrKPI® BlogRank

PS. Den DrKPI Newsletter zum Blog abonnieren.

2. Der Beauty oder Stil Vlog

Wikipedia erklärt das Jahre 2,000 als dasjenige, in dem Vlogs „das Leben erblickten.“ Angefangen haben Vlogs indem Blog Software wie z.B. Textpattern genutzt wurde.  Autoren luden ihr z.B. ein Video hoch. Danach wurde noch Text eingefügt um die Dinge genauer zu erklärem.

Da hat sich seither jedoch viel getan. Heute wird im deutschsprachigen Raum eher die Definition genutzt:

Was der Blogger textbasiert erstellt, erstellt der Vlogger videobasiert.

Ein Vlog oder Video Blog ist ein Blog (auch Weblog genannt) in welchem Videos der primäre Inhalt oder Content sind. Wie ein Ratgeber im Blog, kann ich auch einen Ratgeber in einem Erklärungsvideo publizieren.

Vloggers publizieren  ihre Videos auf YouTube, Vimeo usw.

Doch manchmal ist der Mehrwert solcher Videos nicht einfach ersichtlich. Bei Zoella entpuppt sich das ganze als Werbekanal, für welchen verschiedene Sponsoren teures Geld bezahlen.

PS. Auch bei den Vlogs können Kategorie-Unterschiede gemacht werden. Einzelfirmen wie auch Konzerne nutzen diese Plattformen. Mit Hilfe von Werbung oder Unterhaltung wird im Video auf ein Produkt aufmerksam gemacht (siehe Daimler Video unten).

PPS. Den DrKPI YouTube Kanal abonnieren

3. Micro-Blog

Twitter ist ein Microblog Beispiel. Es gibt aber noch viele weitere we WeChat, Tencent und Line.

Einzelpersonen, CEOs und Unternehmen können Twitter nutzen. Der neue USA Präsidenten Donald Trump welcher am Freitag 2017-01-20 sein Amt antritt, hat Twitter während und nach der Kampagne sehr erfolgreich genutzt.

Aber auch Nachrichtenorganisationen und deren Journalisten lieben Twitter zur Verbreitung von News.

Beispiele: Social CRM: Kundenservice mit Twitter

PS. Einzelne Sendungen im Fernsehen oder aber Serien haben heute eigene Hashtags wie z.B. #SRFrundschau. Diese machen es dem Nutzer einfacher, Inhalte welche diesen Hashtags nutzen auf verschiedenen Plattformen (z.B. Instagram) und Suchmaschinen zu finden.

PPS. Dem DrKPIde auf Twitter folgen, oder aber auf Facebook wie auch auf Google+

4. Nano-Blog

Ein Nano-Blogger ist eine Person welche z.B. auf Instagram ein Foto publiziert.

Der Nutzer kann bis zu 30 Hashtags an ein Foto hinzufügen.

In den meisten Fällen wird zu einer Foto noch 2 oder 3 Hashtags hinzugefügt (d.h. Schlagworte mit dem Gartenhag davor gestellt wie z.B. #DrKPI). Auch einige Worte als Text können hinzugefügt werden.

Ein Nano-Blog mit neuen Inhalten zu bestücken braucht noch weniger Zeit als ein neuen Eintrag auf Facebook, Google+ oder Twitter zu erstellen.

EnjoyPhoenix hat 3.6 Mio Followers. Doch diese sind keine Garantie für Engagement und Einfluss. Wie und ob dies die Brand Equity oder Markenstärke verbessert ist ebenfalls fraglich.

Interessant scheint uns ebenfalls, dass Instagram für die Publikation von Informationen für Nutzer ebenfalls einen Weblog nutzt.

DrKPI® Tipp: Die meisten Tools wie z.B. Buffer können einem daran erinnern, dass es Zeit ist auf Instagram zu posten.

Plany.io kann viel mehr. Dieses Tool arbeitet im Browser, d.h. nichts wird auf dem PC oder Mac installiert. Mit Hilfe des Tools kann man planen, wann welche Fotos auf Instagram publiziert werden sollen.

PS. Instagram von DrKPI abonnieren.

5. Definitionen vermindern das Risiko für Fehler und Konflikte

. Der heutige Blogpost auf Instagram über Plany.io gepostet am Mac schaut so aus.
Das Zeichen einer etablierten Disziplin war und ist noch immer deren Wortschatz. Das heisst, in einer fest etablierten Disziplin wie Physik, verstehen alle das Gleiche unter Schwerkraft / Gravitationskraft.

Doch in einer jungen Disziplin wie Social Media ist nicht alles so klar. Zum Beispiel, manche nutzen Facebook und werden als Blogger bezeichnet.

Zur Illustration. Auch das Migros Magazin und die Coop Zeitung haben Probleme das Label Blogger korrekt zu verwenden.

Kleine Fehler vermeiden. Das verhindert grosse Missverständnisse. Zum Beispiel, eine Webseite mit Blogger-Software erstellt heisst noch nicht man ist eine Bloggerin.
Kleine Fehler vermeiden. Das verhindert grosse Missverständnisse.

Facebook Einträge schreiben macht mich noch nicht zum Blogger – Bsp. Yonni Meyer.

Auch wenn der NZZ-Journalist Jeroen Van Rooijen im Bellvue Blog ein Foto mit Instagram Nano-Bloggerin als Bloggerin bezeichnet, trifft dies nicht zu.

Wir hoffen, dass die Definitionen wie oben aufgeführt, uns allen helfen,  diese Dinge ein wenig besser in den Griff zu bekommen 🙂

Schlussfolgerungen

All diese Beispiele zeigen, dass wir die Dinge genau definieren sollten. Dies minimiert das Risiko für Missverständnisse. Dies ist auch speziell von Interesse, wenn es um das Influencer Marketing geht DrKPI Wissen: Was ist Influencer Marketing?.

Brand Strength hat mit 3 Dingen zu tun:

  1. Wahrnehmung (Awareness) der Marke, d.h. kennen wir die Marke.
  2. Assoziation und Glauben (Beliefs) über die Marke.
  3. Einstellung zur Marke (positiv, negative oder keine Meinung).

In diesem Zusammenhang sind Blogger wie auch bekannte Instagram Nutzer nicht unbedeutend. Die Wahrnehmung unser Marke, den Glauben darüber wie auch die Einstellung zu unserem Produkt, soll mit Hilfe der Influencerin verbessert werden.

Doch auch hier ist viel Verwirrung im Trend, z.B.:

This is really about creating greater content and experiences, greater formats for our consumers — especially in an age where ad-blocking is going mainstream. (Lubomira Rochet, L’Oréal’s chief digital officer, im Financial Times Interview)

Vielleicht kann Frau Rochet diese Fragen kurz beantworten:
  1. Wie messen wir den Einfluss eines Bloggers oder YouTubers (wir fragten DrKPI)?
  2. L’Oréal Brand Ambassador Maybelline Videos: Warum offerieren diese Videos gute = „rewarding“ Unterhaltung?
  3. L’Oréal Markenbotschafterin: Welchen Mehrwert bieten die Instagram Fotos der Zielgruppe Millenials?
  4. L’Oréal Produkt und der Narzissmus der Markenbotschafterin: Animiert dies einen Millenial zum Kauf?

Wenn wir diese Fragen nicht kurz und einfach beantworten können, verschwenden wir sehr wahrscheinlich unnötig Ressourcen. Dies gilt es zu vermeiden. Deshalb testen sie z.B. Ihren Blog gleich jetzt:

Ihre Meinung?

Quelle: DrKPI Wissen – Influencer Marketing: YouTube, Instagram oder Blog?

Aber was uns natürlich brennend interessieren würde wäre Ihre Meinung:

  • Wie wählen Sie Influencer aus – Bauchgefühl und / oder mit welchen schlüsselrelevante Kennzahlen?
  • Wie entscheiden Sie sich welche Plattformen für Ihren Brand am besten funktionieren?
  • Welche Methode hat sich für Sie bestens bewährt für die Steigerung der Wahrnehmung Ihrer Marke?
  • Wie erreichen Sie Gelegenheitskäufer effektiv im digitalen Raum?

Offenlegung: Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation. 

Lesenswert

Übrigens

Wir treffen uns beim Blogger Point am 18. März in Düsseldorf.  Ich freue mich auf Ihren Besuch an unserem Stand.

EnjoyPhoenix hat Ihren Blog eingestellt. Zu viel Arbeit, so scheint. Die Leserkommentare wurden sowieso nie beantwortet.

Urs E. Gattiker - DrKPI@

Professor Urs E. Gattiker ist Europa's Experte für Social Media Analyse (seine Fachbücher). Urs ist CEO von CyTRAP Labs GmbH, Management Consultants mit der DrKPI@ Linie von Produkten für Smart Data Insights (Strategie, Marketing, Verkauf). Er ist Präsident vom Marketing Club Lago #MCLago, dem 4-Länder Club beim Deutschen Marketing Verband.

2 thoughts on “Influencer Marketing: Blog, Instagram & YouTube

  • 11. Januar 2017 at 15:16
    Permalink

    Lieber Herr Gattiker

    Influencers verstehen oft die Regeln nicht allzu genau. Aber hier ist auch das Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. Es muss seine Influencers auf diese Dinge aufmerksam machen. welches mit einem Influencer arbeitet müsste es wissen

    Z.B Giveaway: Testet Den DS3 Für 6 Monate

    http://bekleidet.net/2016/12/giveaway-testet-den-ds3-fuer-6-monate/

    Der Blog ist nicht als Werbung gekennzeichnet. Weckt das Vertrauen?

    Reply
    • 11. Januar 2017 at 15:36
      Permalink

      Liebe Frau Seibert.

      Erst einmal vielen Dank für den Kommentar. Das ist natürlich ein wichtiger und interessantes Beispiel, wie man Compliance als Influencer und Sponsor nicht managen sollte.

      Natürlich, steht oben nicht Werbung bei einem solchen Eintrag wie der DS3 Test, dann verletzt man in mehreren Ländern wie z.B. UK, DE… die Gesetze – unlauterer Wettbewerb.
      Da muss auch das Unternehmen darauf insistieren, dass der Blogger dies richtig macht. Ansonsten könnte einem dies Ärger bringen.

      Hier habe ich versucht dies anhand von Beispielen zu erklären: http://blog.drkpi.de/influencer-marketing-1/

      Trotzdem, den Blog finde ich sehr interessant und die Autorin schafft es immer wieder mit ihren Lesern den Dialog zu fördern. Das ist bewundernswert.

      ===> https://drkpi.de/rank/*/bekleidet.net

      Reply

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