Erfolgreiche Kampagnen: Politik und Marketing

Fast jeden Tag sind wir als Konsumenten, Bürger oder die Angestellte mit irgend einer Kampagne konfrontiert. Diese Kampagne kann z.B. den Fokus auf ein neues Produkt lenken mit Hilfe von Werbung.

Dieser Beitrag ist der erste in einer Serie von Einträgen für das BarCamp am Campaigning Summit Switzerland 2016 zum Thema: Campaigns – Show me the numbers:

1.  Erfolgreiche Kampagnen: Politik und Marketing – Firmen, Parteien und NGOs – Sie sind hier
2.  Abstimmung => Zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer (Durchsetzungsinitiative)
3.  Crowdfunding Kampagnen für die todkranke Ilayda Yildiz
4.  Campaigning: Quo Vadis
5. Weiteres Thema

Das Wort Kampagne kann mit Ebene, Feldzug oder flaches Land (Italienisch – campagna) umschrieben werden (siehe Duden). Im heutigen Zeitalter ist eine Kampagne der koordinierte Effort auf ein definiertes Ziel hinzuarbeiten.

2016-02-12 Update – Peter Metzinger’s Hinweis = Änderung der obigen Grafik hier

Die obig Grafik zeigt, dass es neben politischen Kampagnen natürlich auch wirtschaftliche gibt. Z.B. eine Kampagne zur Neueinführung eines Produkts. Ein Unternehmen kann auch versuchen, die Marke bei der Zielgruppe noch bekannter zu machen und nachhaltig zu verankern.

Ein NGO (non-governmental organization – Nichtregierungsorganisation) verfolgt z.B. das Ziel mit Hilfe einer Kampagne mehr Spenden für eines der Projekte zu erhalten.

Bevor wir jedoch unsere nächste Kampagne starten, müssen wir verstehen welche Arten es gibt und wie sich diese unterscheiden. Dies wird unten erklärt.

1.  Crowdsourcing oder Crowdfunding Kampagne

Image -

Mit seinem Buch „The Wisdom of Crowds“ (2004 – kostenloser Download der PDF Datei) propagierte James Surowiecki die Idee, dass unter bestimmten Bedingungen, die gesammelten Meinungen von vielen Menschen einen bessere Einschätzung der Kriegs-/Marktlage sei, als nur die Meinung von wenigen Experten zu nutzen.

Jeff How hat diesen Ansatz zum Thema Entscheidungs-Prozesse genutzt. Er verwendete dabei das Wort „Crowdsourcing“ in einem Wired Artikel (Oktober 2006).

Heute wird das Wort für viele Dinge verwandt. Crowdsourcing kann in einem grossen Projekt genutzt werden. Dabei erledigen Teilnehmer einige wenige Teilschritte. Diese werden dann zusammengefügt. Somit ist die erfolgreiche Fertigstellung eines sehr grossen Projektes eher möglich als wenn einige wenige Personen dies tun müssten.

Andere Methoden sind Crowdfunding. Hier ist die Hoffnung, dass sich ein Projekt dank dem Sammeln vieler kleinerer Beiträge realisieren lässt.

Im Zusammenhang mit Kampagnen geht es oft um die Sicherstellung von Kapital for „Social“ Enterprises oder aber Spenden. Erstere können Investitionen sein aber auch dazu genutzt werden, um in der Lage zu sein 100 Fleece Jacken herstellen zu können.

2. Politische Kampagne

Eine politische Kampagne (Definition von der Linken – Partei DE) ist zeitlich befristet und wird z.B. bei Wahlen von Parteien genutzt um Wähler zu mobilisieren und für die Themen zu sensibilisieren.

Die obige Grafik unterscheidet zwischen Kampagnen die während Wahlen stattfinden und solchen zur Beeinflussung von der öffentlichen Meinung.  Lobbying bei Interessenverbänden ist natürlich auch eine Art der Beeinflussung der öffentlichen Meinung.

3. Marketing Kampagne

Eine Marketing Kampagne versucht bestimmte Ziele in einer definierten Zeitperiode zu erreichen.

Zum Beispiel, eine Werbekampagne ist eine meist zeitlich begrenzte Aktion eines Unternehmens, die für Produkte oder Dienstleistungen wirbt. Dabei können verschiedene Wege wie Direkt Mailing, Fernseh-, Print- oder Digital-Werbung zum Zuge kommen.

Auch Marktforschung kann eine Kampagne sein. Hier versucht die Organisation Informationen von seiner Zielgruppe zu einem Thema oder Produkt zu erhalten.

Bei Marketing wie auch anderen Kampagnen müssen wir die Ziele vor Beginn definieren. Am Ende müssen diese dann gemessen werden. Aber auch ein NGO kann versuchen durch Branding sein Image zu verbessern oder bei einer grösseren Zielgruppe bekannt zu machen.

Lesenswert: American Express Leitfaden für eine Marketing Kampagne

4. Steuerungsrelevante Kennzahlen

Wie bei allen Kampagnen müssen wir natürlich auch messen, ob sich der Erfolg dann eingestellt hat oder nicht. Dies bedeutet, dass wir vor Beginn definieren wollen was unser Ziel ist.

Beispiele sind hier Dinge wie sich der Verkauf verbessert hat dank Kampagne, die Abstimmung gewonnen wurde oder aber genügend Spenden eingegangen sind.

In den folgen Einträgen im Blog wird diese Thematik weiter verfolgt.

Sichern sie sich den nächsten Newsletter zum Thema Campaigning gleich jetzt.

5. Was ist Ihre Meinung? Mitdiskutieren!

–  Welche Art der Kampagne vnutzen Sie erfolgreich für eine Stiftung, Firma oder NGO im Marketing oder Crowdsourcing?

–  Welche politischen Kampagnen sind ihnen positiv oder negativ aufgefallen?

–  Welche Lobbying Kampagnen gingen ihnen 2014 bis 2015 auf die Nerven?

–  Was wird für Sie in 2016 in Sachen Kampagnen die Nr. 1 Herausforderung sein?

Urs E. Gattiker - DrKPI

Professor Urs E. Gattiker - DrKPI ist Europa's führender Experte für Social Media Analyse und Analytics (siehe seine Bücher). Er arbeitet weiterhin mit Start-Ups (z.B. Lumendi Inc.). Urs ist CEO der CyTRAP Labs GmbH.

13 thoughts on “Erfolgreiche Kampagnen: Politik und Marketing

  • 12. Februar 2016 at 15:39
    Permalink

    Sehr übersichtliche Klassifizierung von Kampagnenarten.

    Richtig interessant finde ich es, wenn man beginnt zu überlegen, wie sich die verschiedenen Typen von Kampagnen kombinieren lassen. Oder welche Parallelen es in der Umsetzung von im ersten Augenblick völlig unterschiedlichen Kampagnen gibt. Denn ist ein Politiker, der mit seiner Kampagne auf Stimmenfang geht, nicht auch irgendwo ein Produkt, das verkauft werden will?

    Letztendlich bleiben die Mechanismen doch größtenteils gleich. Ist die Art der Kampagne also wirklich relevant? Oder sollte man sich stattdessen lieber mit einer genauen Zielsetzung befassen? Schließlich ist jede Kampagne nur ein Mittel zum Zweck.

    Reply
    • 12. Februar 2016 at 15:44
      Permalink

      Lieber Sebastian

      Danke für den Kommentar und freut mich das die Klassifizierung gut rüberkommt. Merci

      Danke für diese Idee. Natürlich auch ein Politiker der gewählt werden will ist auch ein Verkäufer….

      Ich glaube jedoch das eine Info Kampagne für die Bevölkerung zur Gesundheits-Prävention nicht die gleiche Motivation hat wie eine Verkaufskampagne. Klar die Ziele sind wichtig, aber American Football oder Soccer / Football wird nicht nach den gleichen Regeln gespielt.

      Die Art der Kampagne ist deshalb schon relevant, denn die Werkzeuge (siehe Schuhe American Football oder ‚richtiger Fussball‘) sind z.B. ebenfalls anders designed. Sie haben ja auch einen etwas anderen Zweck zu erfüllen.

      Doch Ziele braucht es egal was für eine Kampagne….

      Schönes Weekend.

      Reply
  • 12. Februar 2016 at 17:42
    Permalink

    Zur Wirkungsmessung: Das hängt von der Zielsetzung ab. Es gibt keine pauschale Antwort, sondern nur eine Formel bzw. einen Prozess:

    1. Ziel so klar beschreiben, dass man eindeutige Faktoren identifizieren kann, anhand deren man erkennen kann, dass das Ziel erreicht wurde.

    2. Diese Faktoren so beschreiben, dass man sie messen kann; wenn das nicht möglich ist, Indikatoren identifizieren, die darauf hinweisen, ob die Faktoren erfüllt sind.

    3. Messen. Wenn das nicht geht, strategischen Diskurs in einem Team, das breit genug aufgestellt und selbstkritisch genug messerscharf analysiert, ob man von der Zielerreichung ausgehen kann oder nicht.

    Bei der Klassifizierung bin ich nicht einverstanden, denn einmal wird nach Wirkung klassifiziert (Meinungsbildung) und einmal nach Einsatzgebiet (Wahlen, Marketing).

    Analog könnte man bei Autos sagen, dass es rote Autos und Personenwagen gibt. Eine Vermischung zweier Klassifizierungsarten führt zu einer nicht logischen Betrachtung. (Sorry, der Physiker in mir…)

    Trotzdem: faszinierend, wäre sicher ein gutes Thema für ein BarCamp am Campaigning Summit Switzerland; oder sogar für einen Workshop, falls sich ein Sponsor finden liesse.

    Reply
    • 12. Februar 2016 at 19:46
      Permalink

      Lieber Peter DANKE (Neue Grafik weiter unten)

      Danke für Deinen sehr interessanten Kommentar. Natürlich gefällt mir das due darauf hinweist, dass es auf die Ziele ankommt.
      Messungen mit steuerungsrelevanten Kennzahlen scheint der beste Weg zu sein.

      Doch wenn mein Ziel die Anzahl Stimmen ist, damit ich die Wahl gewinne oder das Geld welches ich als Spenden erhalte, dann stellt sich die Frage was ich tun muss.

      Es führen verschiedene Wege nach Rom. Vor allem muss ich wissen, welche Instrumente z.B. in Sachen Crossmedia mich zum Erfolg führen werden. Zu wissen, dass meine Firma einen Profit gemacht hat ist wichtig oder zumindest hören wir dies gerne. Doch warum oder welche Aktivitäten den grössten Beitrag zu diesem Erfolg machten interessiert uns ebenfalls (Neudeutsch „key drivers“).

      Das mit dem Einsatzgebiet und Wirkung muss natürlich verbessert werden.

      Da werde ich schnellstens die Grafik verbessern. Das ist mir als Statistiker entgangen 🙂

      Danke.

      Reply
      • 12. Februar 2016 at 20:31
        Permalink

        Lieber Peter

        Nochmals danke für den wichtigen Hinweis:

        Bei der Klassifizierung bin ich nicht einverstanden, denn einmal wird nach Wirkung klassifiziert (Meinungsbildung) und einmal nach Einsatzgebiet (Wahlen, Marketing).

        Analog könnte man bei Autos sagen, dass es rote Autos und Personenwagen gibt. Eine Vermischung zweier Klassifizierungsarten führt zu einer nicht logischen Betrachtung. (Sorry, der Physiker in mir…)

        Das habe ich unten sogleich berücksichtigt:

        Dank an Peter Metzinger... Klassifizierung von Kampagnen nach Einsatzgebiet

        Dank an Peter Metzinger – Klassifizierung von Kampagnen nach Einsatzgebiet

        Vielleicht muss ich dies nochmals verbessern, aber immerhin sind die Kategorien nach Einsatzgebiet klassifiziert und nicht mehr nach Wirkung.

        Peter, du schreibst ebenfalls:

        Trotzdem: faszinierend, wäre sicher ein gutes Thema für ein BarCamp am Campaigning Summit Switzerland; oder sogar für einen Workshop, falls sich ein Sponsor finden liesse.

        Da stimme ich Dir natürlich zu. Aber für uns von DrKPI – CyTRAP Labs GmbH ist dies zur Zeit finanziell (CHF 5,000 für Workshop Partner) noch eine Nummer zu gross. In Partnerschaft vielleicht…

        Uebrigens, als Barcamp habe ich es eingegeben auf eurem Online Tool. Es soll auch stattfinden 🙂 wurde mir von Mattia Büttikofer vor ca. 10 Tagen am Telefon gesagt. Das habe ich oben im Beitrag erwähnt mit Link:
        „Dieser Beitrag ist der erste in einer Serie von Einträgen für das BarCamp am Campaigning Summit Switzerland 2016 zum Thema: Campaigns – Show me the numbers
        PS. 2 NGO Mitarbeiter welche am Campaigning Summit Switzerland dabei sein werden haben sich bei mir – nach lesen dieses Beitrages – auch schon angemeldet…

        Peter, Dir ein tolles Weekend und vielen Dank.
        Urs

        Reply
  • 13. Februar 2016 at 13:58
    Permalink

    Hi Urs

    Vielen Dank für Deine Inputs. Ich finde diese Diskussion extrem spannend, einerseits generell, andererseits habe ich gerade letzte Woche mit einem Kollegen vereinbart, ein Paper zum Thema zu schreiben, so dass es gedanklich sehr präsent ist.
    Ich frage ihn, ob er einverstanden ist, Dich mitschreiben zu lassen.

    Du fragst nach den richtigen Tools. Ganz einfach: Du musst das Hauptziel herunter brechen in Zwischenziele (welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden?), und das so oft, bis die Zwischenziele so konkret vorstellbar sind, dass Du auch automatisch erkennst, welche Zielgruppe Dir dabei helfen kann und mit welchen Instrumenten Du diese Zielgruppe dazu bewegen kannst, das zu tun, was Du von ihnen brauchst.
    Analog dem Modell «Vier Ebenen der Planung», das Henri Jomini fürs Militär entwickelte und das ich für den zivilen Campaigning-Einsatz weiterentwickelt habe.

    Wir werden uns mal umhören, ob wir einen Sponsor für den Workshop finden. Wenn nicht: sollen wir zusammen eine Crowdfunding-Kampagne lancieren?

    Die Teilnahme am Workshop wäre sicher 50.- wert, Deine und meine Firma könnten einen Booster-Beitrag:
    – 1/3 der Zielsumme, wird ausgelöst, sobald das erste Drittel durch Crowdfunding zustande kommt;
    – der Rest kommt wieder via Crowdfunding zustande.

    Oder wir finden ein generöses Grossunternehmen.

    Reply
    • 13. Februar 2016 at 15:13
      Permalink

      Lieber Peter

      Danke für diese wichtigen Hinweise. Du schreibts:

      Ich finde diese Diskussion extrem spannend, einerseits generell, andererseits habe ich gerade letzte Woche mit einem Kollegen vereinbart, ein Paper zum Thema zu schreiben, so dass es gedanklich sehr präsent ist.
      Ich frage ihn, ob er einverstanden ist, Dich mitschreiben zu lassen.

      Das tönt sehr interessant. Fühle mich geehrt und hoffe ich dieser auch mit sehr guter Mitarbeit gerecht werden.

      Das Modell «Vier Ebenen der Planung», das Henri Jomini fürs Militär entwickelt hat kannte ich nicht. Da muss ich nachlesen wie du das weiterentwickelt (hier ist der Link zum Buch – Verlag)

      Freue mich auf die Mitarbeit / Kooperation für das Paper zu schreiben.
      Grüessli
      Urs

      Reply
    • 13. Februar 2016 at 15:16
      Permalink

      Danke Peter
      Froh das es jetzt besser ist.

      Du schreibst ebenfalls oben:

      Wir werden uns mal umhören, ob wir einen Sponsor für den Workshop finden. Wenn nicht: sollen wir zusammen eine Crowdfunding-Kampagne lancieren?

      Die Teilnahme am Workshop wäre sicher 50.- wert, Deine und meine Firma könnten einen Booster-Beitrag:
      – 1/3 der Zielsumme, wird ausgelöst, sobald das erste Drittel durch Crowdfunding zustande kommt;
      – der Rest kommt wieder via Crowdfunding zustande.

      Oder wir finden ein generöses Grossunternehmen.

      Da bin ich ebenfalls gespannt was sich hier entwickeln lässt. Braucht einige Teilnehmer um die Fee einzuspielen. Aber wer weiss, vielleicht gibt es einen Sponsor. Ich bin offen wenn du mitmachst.

      Grüessli
      Urs
      PS. wir müssen nächste Woche mal telefonieren.

      Reply
  • Pingback: Meinungsumfrage|Poll |Statistik|Kampagne|Politik|repräsentativ |

  • Pingback: CAR T-Cell | #csCH16 | #helpilayda | Leukämie | CD19-CAR T cells

  • Pingback: #CARTcells | #csCH16 | #helpilayda |Leukämie |CD19-CAR T cells|#CSch17

  • Pingback: Crowndsourcing |Krebs | CARTcells |findacure | paybysms |fundraising |Leukaemia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *